Ende meiner Karenz – Was ich in 1 1/2 Jahren gelernt habe

am
17.12.2019

Anfang Juli 2018 hat sich mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Denn da wurde ich Mama. Ganz genau genommen war ich zwar schon Mama als ich den positiven Schwangerschaftstest vor mir hatte, aber ab dem Zeitpunkt als mein Sohn mich ansah und meine Hand hielt, da fühlte ich es ganz und gar. Jetzt bin ich es tatsächlich.

Ein paar Wochen zuvor war ich in den Mutterschutz gegangen, hatte alles für unser neues Leben mit Baby vorbereitet. Nestbautrieb wird dies auch im Fachjargon betitelt. Hatte großartigste Vorstellungen davon, was ich alles mit meinem Sohnemann erkunden wollte. Abenteuer, die wir beide gemeinsam erleben sollten. Mit Papa aber auch nur mit der Mama. So. Dann kam alles ganz anders. Wir hatten auch unsere Abenteuer, keine Frage. Aber wir hatten viel mehr Alltag. Und es war trotzdem wunderschön.

Eine wunderschöne Karenz endet

Nun ist bald Weihnachten und meine einenhalb-jährige Karenz neigt sich dem Ende zu. 18 Monate voller neuer Erfahrungen und voller Windeln, die ich nie mehr missen möchte. Ich konnte alle Empfindungen und Erfahrungen meines Kindes mitbekommen und bin glücklich, dass dies hier in Österreich möglich ist. Erst neulich wurde ich wieder daran erinnert, dass dies leider nicht in jedem Land selbstverständlich ist. In Frankreich beispielsweise ist es üblich, dass die Mamas nach drei Monaten wieder arbeiten gehen. Oder auch in den USA. Für mich persönlich unvorstellbar, jedoch sollte diese Entscheidung jeder Mama selbst überlassen werden. In den Ländern wo längere Karenzzeiten aber erst gar nicht unterstützt werden vom Staat, finde ich, gehört deutlich nachgebessert, damit Mamas und Papas selbst entscheiden können. Und nicht dazu gezwungen werden!

Schlafen, Stillen, Wickeln und Humor

Ihr seht, ich habe gelernt, dass dies nicht selbstverständlich ist. Was habe ich nun noch gelernt? Der menschliche Körper kann in den ersten Wochen nach einer Geburt wahrhaft meisterliches vollbringen. Vor allem Schlafentzug, ist uns Mamas und Papas in den ersten Monaten, wenn nicht leider sogar länger, ein sehr naher Begriff. Wie oft stelle ich mir vor, wenn das Kind dann Langschläfer wird, werde ich mich genauso lustig heran pirschen und den Lichtschalter um 5 Uhr in der Früh betätigen. Es wird uns ein Fest sein 😉

Auch das Thema Stillen ist eines, das viele Emotionen weckt. Ich habe gemerkt, dass dauernd darüber diskutiert wird, ob gut oder oder schlecht. Ob zu lang oder zu kurz. Jeder hat eine Meinung dazu, auch wenn es vielleicht gar nicht interessiert. Was ich dazu verinnerlicht habe ist, dass es genau zwei Menschen etwas angeht. Und das sind Kind und Mama. Punkt.

Wickeln ist eines meiner Lieblingsthemen geworden, denn ich liebe Überraschungen. Und mein Kind hält gerne die eine oder andere für mich bereit. Ich habe gelernt, dass wenn der Gesichtsausdruck des Kindes plötzlich entgleitet und sich Stirnfalten und Pressgeräusche entlocken, dann ist der Papa mit Wickeln dran 😉 Auch hätte ich nie geglaubt, dass ich jemals zu den Mamas gehöre, die das Kind packen und kräftig am Hintern riechen. Einfach um zu überprüfen: ist das jetzt eine Stinkewindel oder nicht?! Ja auch hier kann man sich irren. 😉 Besonders aber freut es meine Hände, dass man nicht mehr sooft wickeln muss, wie in den ersten Lebensmonaten. Denn das sagt einem aus irgendeinem Grund niemand! Die Hände leiden sehr, weil man dauernd Hände wäscht! Dank einer guten Handcreme, konnte ich die aufgerissenen und rauen Hände in den Griff bekommen. Jedoch hat dies lange gedauert.

Wenn du nicht weinen kannst, dann lache.

Mein Rezept für lange Nächte, Schrei-Tage, schlechte Launen des Kindes oder Haushaltschaos aufgrund dessen: nimm es mit Humor. Du kannst es in diesem Augenblick nur besser machen, indem du die Gelassenheit findest und dir ein Lächeln ins Gesicht zauberst. Es ist leichter gesagt als getan, denn die Monate ab einem Jahr habe ich gefühlt viel intensiver erlebt, als die davor. Mein Kind hat schnell seinen eigenen Kopf entwickelt und so viele Hummeln im Hintern, dass ich oftmals gar nicht hinterher kam. Ich war DIESE eine Mama im Spielcafé, die dem Kind, das unaufhörlich im Kreis gelaufen ist, dauernd hinterher gedübelt ist, damit es sich und andere nicht verletzt. Währenddessen alle anderen Kinder still und unbeteiligt herumsaßen und uns wohl als belustigenden Hauptact betrachteten. Anfangs habe ich es wirklich verflucht. Doch dann dachte ich mir: mein Kind ist so toll aktiv, so neugierig und einfach nur wunderbar! Das kann nur gut sein. Und als ich es akzeptiert hatte, war es plötzlich nur noch halb so anstrengend.

Was ich sagen will ist, dass die Elternkarenz so schnell vorbei geht. Jede Mama und jeder Papa sagt es dir zu Beginn, „Genieß die Zeit! Sie wird im Flug vergehen!“. Und du denkst dir: „och ja! Wird schon nicht so schnell sein.“ Und dann. Ratzfatz sind 18 Monate um. Was ich dir auf deinem Weg mitgeben möchte: auch wenn es Alltag ist und nicht jeden Tag ein großartiger Ausflug oder ein Abenteuer. Es ist trotzdem jetzt DEIN Abenteuer. Auch wenn es wie Alltag scheint, dein Kind sieht dich und die Welt ganz anders und freut sich jeden Tag darauf. Nimm diese Freude in dich auf und gib sie an andere weiter. Erst letztens habe ich den Spruch gelesen: Für dich ist es Alltag, für dein Kind ist es seine Kindheit. Ich fand diesen Ausspruch so toll und wir sollten uns das jeden Tag vor Augen führen.

Weißt du noch wie die Karenz für dich war? Hast du sie genießen können? Welche Herausforderungen hast du noch in Erinnerung? Ich freue mich über deinen Kommentar 🙂

Alles Liebe für dich und dein Kind,

deine Vicky

Stoppt endlich das Mamashaming & Kidsbashing

am
15.08.2019

Neulich schickte mir mein Mann einen Tweetverlauf per Messenger, indem eine Mama ihren Unmut über eine österreichische Bäckereikette, deren unfreundlichen Mitarbeiter anscheinend eine Mama samt schreienden Kind vor die Tür „gebeten“ hatte. Die Mutter wollte ein Wasser für das durstige Kind kaufen. Deswegen schrie es auch. Das Kind war ihm zu laut, er hatte Kopfweh. So die Beschreibung des Tweets. Meiner Meinung nach eine grausige Eskalation, die mit gesunden Menschenverstand und Einfühlungsvermögen vermeidbar gewesen wäre.

Babys Erster Geburtstag – Mamas Rückblick

am
10.07.2019

Mein Baby ist kein Baby mehr.

Offiziell. Seit ein paar Tagen schon. Punkt. Komma. Ich dreh hier nicht durch. Nein! Aber mein Baby wird immer mein Baby bleiben. Das war wohl immer klar. Noch viel klarer war es, als mich das erste Mal diese großen, dunklen Augen angesehen haben und sich dieser kleine Körper ganz nah zu mir gekuschelt hat. Als ich wahrhaftig Mama wurde. Und da gab es seither tausend kleine Momente, die diesen Gedanken in die Erde gepflanzt, gegossen und tief umsorgt haben. Gehegt und gepflegt. Gewickelt und umsorgt. So wie auch ich mein Baby. Es ist etwas ganz Spezielles das Mama-werden, das Mama-sein und das wieder „Ich“-werden. Denn man macht eine ganz schön große Transformation durch. Ein Mama-Rückblick.

Das „Ich“ – Transformation 24/7 Mama

Zuerst ist da jahrelang das „Ich“. Es feiert, lebt, langweilt sich. Mal tut es nichts und mal tut es viel. Mal vielleicht sogar zu viel. Einfach so ändert sich auf einem Schlag einfach alles. Und das „Ich“ wird zu einer Mama. Ich habe oftmals über meine Rolle als Mama nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass ich wohl insgeheim immer schon Mama war. Zumindest die Vorstellung, wie ich mich als Mama sehe, ist immer schon da gewesen. Ich umsorge gerne meine Mitmenschen. Ich frage nach. Ich bin Zuhörerin, Seelsorgerin, mache dies und jenes. Und jetzt mach ich das für einen einjährigen Buben und im Grunde hat sich nichts geändert, obwohl sich irgendwie alles geändert hat. Verrückt. Ich weiß.

Fehlendes Puzzlestück

Es ist als ob ein fehlendes Puzzlestück meinen Mann und mich näher zueinander gebracht hat. Unsere Familie von heute auf Morgen komplettiert hat. Wir wussten vorher gar nicht, dass dieses Puzzle unvollständig war. Es ist jetzt sonnenklar, denn das Licht wirft alles in Helle und lässt die Schatten zurück. Das Leben ist viel fröhlicher, unberechenbarer und bunter geworden. Ein ganzes Jahr bereits sind wir Eltern. Bin ich Mama. Es ist das tollste und schönste Leben. Auch anstrengend. Sogar sehr anstrengend. Manchmal nervenraubend und kompliziert. Da braucht man gar nichts schön reden. Es ist ein Knochenjob. 24/7 Aufmerksamkeit für dein kleines Wesen. Jeder Fehler bedeutet Konsequenzen und diese sind nicht abschätzbar. Also besser so gut wie keine machen. Und trotzdem macht man sie, weil man eben auch nur ein Mensch ist.

Mama Rückblick im Schnelldurchlauf

Man lebt Anfangs von Tag zu Tag, dann von Woche zu Woche, und später Monat zu Monat. Die Tage verschwimmen, der Alltag kehrt wieder ein. Zu Beginn in einer Blase, das Kind wird wie ein rohes Ei behandelt. Ein Auto befindet sich dreihundert Meter entfernt und die Schnappatmung findet ihren Weg durch deine Lunge. Szenarien jagen durch deinen Kopf. Was könnte nun alles passieren?!! Die Hormone dünsten dein Gehirn zu Matsch. Dein Mama-Instinkt setzt ein.

Rohe Eier werden zu Küken

Es dauert seine Zeit bis das rohe Ei, das gerade eben vom Spital nachhause gebracht wurde, in ein weniger rohes Ei, das die Wohnung und Welt durch kugelt, umgewandelt wird. Du tust und machst, urplötzlich ist es ein Küken. Es hüpft herum, auf deiner Nase, auf deinen Füßen und in deinem Gesicht. Es will alles erkunden und Gefahr ist ein Fremdwort. DU bist die Henne, die mit pieksenden Stroh im Hintern, bei jeden Pieps hinterher läuft. Du läufst täglich einen Marathon und aus irgendeinem Grund ist es deinen Speckfalten am Bauch, Hintern und sonst wo egal. Sie haben sich da angesiedelt um zu bleiben. Egal wie viel Pilates du auch machst. Ok. Das mag wohl auch an der Pizza, dem Eis oder täglichen Briochekipferl liegen, aber unfair ist es trotzdem.

Das Leben ist ein Fotoalbum

Du nimmst dir in der Schwangerschaft brav vor, jeden Monat fein säuberlich zu dokumentieren, alle Fortschritte festzuhalten. Du wünscht dir sehnlichst, dass er später auf seine Kindheit zurückschaut und alles bis ins kleinste Detail nachvollziehen kann. Und vor allem auch du selbst möchtest Erinnerungen an dein Baby und diese besondere Zeit haben, doch dann kommt wie immer das Leben dazwischen. Es ist wie verhext und doch hast du alles dokumentiert. Mit gefühlt 1000 (oder mehr) Fotos pro Tag, machst du jeden Paparazzi Konkurrenz. Dein Speicherplatz am Handy schreit jeden Abend Alarm und deine Lebensaufgabe neben Kind hüten ist nun zusätzlich gewachsen: das Ganze Leben deines Sprößlings in ein Album bringen und beschriften. Ohjemine! Das wurde dann natürlich vom Nudelsieb Hirn ausgeblendet. Puhhh….zumindest die wichtigsten Steps des Lausis sind glücklicherweise im Kalender notiert, nur das zählt für mich und reicht mir mittlerweile. Jetzt fehlt nur noch die Zeit für die Fotoalbum-Erstellung.

Ein Jahr Baby heißt auch ein Jahr Mama-Sein

Doch welche Mama kennt das nicht? Dinge vornehmen und dann wieder alles übern Haufen werfen? Nach fehlender Zeit unken? Das gehört wohl zum täglichen Brioche. Am Ende des Tages zählt meiner Meinung nach aber nicht das Fotoalbum, die Speckfalten an der Hüfte, oder die leidige Mama-Paranoia, die wohl viele quält. Es zählt die Beziehung zum eigenen Kind.

Dein Kind, das friedlich und glücklich bei dir ist und dir das Gefühl schenkt, dass du seine beste Mama bist. Und du ihm das Gefühl tagtäglich geben kannst, dass es das beste und tollste Kind für dich ist.

Klopf dir auf die Schulter. Du hast ein Jahr voller Höhen und Tiefen erlebt, buntes Leben hat Einzug in deinen Alltag gehalten und nun geht es stetig so weiter. Du hast dein erstes Jahr als Mama oder Papa gemeistert und darauf kannst du ruhig stolz sein. Ich bin es ganz sicher. Wichtig vor allem ist aber auch, dass du dir auch Ruhepausen gönnst, denn die Fahrt wird immer wilder und die Achterbahn deines Lebens fährt gerade erst los. Auch da bin ich ganz sicher.

 

Korfu – Unser erster Urlaub mit Baby

am
02.07.2019

Sommer, Sonne und Meer – mit Baby!

All das habe ich mir gewünscht und mein Wunsch ging in Erfüllung. Und das Ganze sogar relativ entspannt. Wie ihr vielleicht auf meinen Social Media Profilen (Instagram und Facebook) gesehen habt, waren wir vor kurzem in Korfu, genauer in Kontokali im Kontokali Bay Resort & Spa. Kontokali liegt nur 4,8 km nördlich von Korfu-Stadt, auf griechisch heißt die Stadt „Kerkyra“ und ist rasch mit dem Bus bzw. Transfer in nur knapp 15 Autominuten vom Flughafen entfernt. Entsprechend laut fiel auch die Lautstärke des Flugverkehrs aus. Dessen sollte man sich bei einer Buchung so nahe beim Flughafen bewusst sein. Uns hat es jedoch nicht gestört, da uns die Nähe zur Stadt ohne lange Wege zurücklegen zu müssen, vor allem mit Kind on Board, wichtiger war.

Der erste Urlaub mit Baby in Korfu

Er ging für uns alle sehr entspannt über die Bühne, trotz Schub und fiesen Zähnedrückens. Ich vermute, dass die aufregende Situation unser Lausi so eingenommen hatte, dass Schmerzen und Unwohlsein gekonnt in den Hintergrund rückten, dafür Spaß und Spannung mit dem Meer, Sand, Miniclub, spaßenden KellnerInnen, zuckersüßen Reinigungsdamen sowie winkenden Touristen und herzigen Baby-Touristen den benötigten Erholungseffekt einräumten.

Flugzeug, Zug oder Auto?! Hauptsache Nervenschonend bitte

Falls ihr euch ebenfalls überlegt mit eurem Baby einen Flugurlaub zu buchen, möchte ich euch hiermit ermutigen es einfach zu wagen. Ich bin der Meinung, dass mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke und Planung hinsichtlich Kofferpackens, Zeitmanagement beim Hin- und Rückflug sowie positiven Denkens eigentlich kaum mehr etwas schief gehen kann und eine entspannte Reise möglich ist. Natürlich kennt ihr euer Kind am Besten und könnt auch am Besten einschätzen, wie sich euer Kind auf neue Situationen einstellt, ob es z.B. die Hitze am Meer gut aushält oder es die fremde Umgebung, fremdes Essen leiden kann. Für die ersten Urlaube haben wir uns vorgenommen, vordergründig Europa zu bereisen. Einen Langstreckenflug möchte ich unserm Kind so schnell (und vor allem uns!) nicht zu muten. Wer weiß aber, wie die Situation in ein paar Jahren aussieht. Sag niemals nie 😉

Es besteht natürlich immer die Möglichkeit nein zum Flugzeug zu sagen. Wenn ihr verreisen wollt, dann ist wohl das Auto, noch besser der Zug, das optimale Reisemittel für euch. Auch wir haben mit Zug bzw. ÖBB bisher gute Erfahrungen gemacht. Auf eine lange Autofahrt haben wir jedoch verzichtet, da unser Lausi ein sehr aktives Kind ist und eingepfercht sein, nur bedingt lange ausgehalten wird. Vom Lausi und unseren Nerven. So ist eine Flugreise mit kurzer Flugdauer (1 1/2 Stunden nach Korfu) ideal für uns gewesen.

Baby on Board – Auf nach Korfu bitte!

Anfangs waren wir unsicher wohin wir eigentlich wollten. Sehr lange stand eine Reise nach Mallorca im Raum, jedoch haben wir uns dann direkt im Reisebüro spontan für Korfu entschieden, da das angebotene Hotel alles hatte was wir uns wünschten: Sandstrand, Lift zum Strand, jeden Tag ein Shuttle direkt in die Stadt Korfu (somit kein Auto notwendig), Bungalows mit Gartenblick, Halbpension, Miniclub und sogar ein Spa mit Massageangebot.

Ich mit Lausi in der Babytrage

Mir persönlich war es sehr wichtig, dass wir in keinem unpersönlichen Riesen-Hotel-Komplex untergebracht werden. Unser Hotel war von der Größe her genau richtig, etwas kleiner wäre mir sogar noch lieber, aber so hat es ebenfalls gut gepasst. Besonders schön fand ich es beim Essen in der Früh und am Abend, als wir immer wieder die selben Gesichter der Gäste sowie KellnerInnen begrüßen konnten. Es wirkte schon fast heimelig.

Eines vorweg: bei unserem ersten Urlaub mit Baby hatten wir uns wenig bis gar nichts vorgenommen. Normalerweise gehören wir nicht zu den typischen Strandurlaubern, sondern sind meistens eher die Abenteurer mit Mietwagen und ab in die Botanik, Insel erkunden, um so viel wie möglich zu sehen. Dieses Mal war jedoch alles relaxter, denn mit Baby liegen die Prioritäten ganz woanders. Ich wollte echt nur Strand, Meer und Sonne mit meiner Familie genießen.

Italienisches Flair mitten in Griechenland

Die Insel Korfu gehört zu den siebtgrößten Inseln Griechenlands, sowie zur Ionischen Inselgruppe und wird aufgrund des ausgeglichenen Klimas und der Vegetation auch „die grüne Insel“ genannt. Man kann von ihr aus recht rasch nach Albanien gelangen, hierzu wurden uns auch Tagesausflüge angeboten, die wir jedoch nicht wahrgenommen haben. Die Hauptstadt von Korfu heißt Kerkyra und wie wir festgestellt haben, ist Korfu-Stadt nicht so typisch griechisch wie man sich eine griechische Stadt wohl vorstellen mag. Ich war bisher zwei Mal auf Rhodos und im direkten Vergleich dazu erkennt man eindeutig die geschichtlichen Prägungen der Stadt durch Italien.

Flaniert man durch die Altstadt von Korfu, so kommt einem sofort Venedig oder Florenz in den Sinn. Bei manchen Palmen-Alleen kam sogar nicht nur italienisches, auch kurzzeitig kubanisches Flair auf. Nur die Sprache der Geschäftsinhaber, die aus den Geschäften drang, die Lokale welche Gyros und Souvlaki anpriesen oder die Korfioten, die schwatzend bei Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel einen Tratsch hielten, wies uns sofort zurecht und darauf hin: hier sind wir in Griechenland!

Kinderfreundlichkeit auf Korfu

Sind die Griechen Kinderfreundlich? Ναί! (griechisch für „Ja“). Meiner Erfahrung nach war wirklich jede Person der wir in Griechenland begegnet sind, ob Einheimische oder Touristen, waren die meisten ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Und eigentlich waren alle gänzlich fasziniert vom herzlichen und aufgeschlossenen Wesen unseres Lausis. Und unser Kind war eindeutig in seinem Element. Gesten und Winken wurden stolz zelebriert und kaum jemand konnte sich dem magischen Lächeln entziehen. Es war wirklich angenehm und dadurch, dass wir allgemein so entspannt waren, spürte dies wohl auch das Lausi und verhielt sich relaxter als sonst.

So kam es kaum zu Situationen in denen man wortwörtlich in den Fluchtmodus gerät, weil nun doch das Kind schon unruhig wird. Was die Korfioten bei dem Umgang mit Kindern wettmachen, wird leider durch die Infrastruktur in Bezug auf Kinderutensilien wie nicht vorhandene Wickeltische im Restaurant oder Hochstühle geschmälert. Doch dies ist kein griechisches, sondern allgemein ein Problem, dass auch oft in Österreich ein Thema ist. Im Hotel beispielsweise gab es sehr viele Hochstühle im Restaurant, lediglich den Wickeltisch vermisste ich. Doch man weiß sich mit Wickelunterlage und Boden auch gut zu helfen 🙂

Miniclub im Kontokali Bay Resort & Spa

Was mir ebenfalls gut gefallen hat, war der Miniclub des Hotels. Dort gab es einen weitläufigen Kinderpool, sowie Rutsche, Wippe und Schaukel. Auch das obligatorische Bällebad und ganz viele Spielutensilien für jedes Alter waren vorhanden. Auch die Betreuerinnen vor Ort waren super lieb. Die Kinder und auch wir fühlten uns wohl.

Ausflugsziele in Korfu

Ingesamt waren wir nur 7 Tage auf Korfu, so hatten wir nicht unendlich Zeit die Schönheiten der Insel zu entdecken. Für meinen Geschmack haben wir in diesem Urlaub genügend an Erholung und Action mitgenommen. Vor allem in Anbetracht dessen, dass ein Baby mit dabei war. Da galt in erster Linie die Befindlichkeiten des Lausis zu berücksichtigen. Erst in zweiter Linie das Sightseeing.

Folgende Ausflugsziele haben wir uns also in Korfu angesehen:

  • Alte Venezianische Festung in Kerkyra (Achtung! Aussichtsplattform/Berg ist nicht barrierefrei, entweder trägst du dein Kind oder genießt so wie wir die Aussicht von unten 😉 Ich gebs zu: als wir die Stufen sahen, gingen wir. ;-D
  • Achillion – Residenz von Sisi und Kaiser Wilhelm II. (empfehlenswert! Auch das direkte Lokal daneben. Hier könnt ihr entspannt einen Kaffee genießen mit traumhaften Ausblick. Es gab es übrigens einen eigenen Wickelraum! Sowie Lifte die ins Obergeschoß führten.)
  • Korfu-Stadt (italienisches Flair garantiert!)
  • Gouvia Marina (Boats, Boats, Boats – gaaanz viele Boote zu sehen)

Ansonsten haben wir wirklich einen wunderbaren Strandurlaub in Korfu erlebt. Lausi hat den Strand und das Meer so gerne gehabt!

Wart ihr bereits in Korfu und habt ihr Tipps für Kinderfreundliche Hotels etwas weiter von der Stadt entfernt? Immer her damit. Der nächste Korfu-Urlaub kommt bestimmt und dann wahrscheinlich aber mit Mietwagen.

Strand im Kontokali Bay Resort & Spa

Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Sommer & Urlaub.

Eure Vicky

 

Urlaub mit Baby – Entspannt Reisen

am
15.06.2019

Erster Urlaub mit Baby

Plant man den ersten Urlaub mit Baby ist man mit allerlei Sorgen konfrontiert. Sorge über den ersten Flug, das beste Reiseziel, das Essen vor Ort, die Gepflogenheiten im Land, die Kinderfreundlichkeit, die Infrastruktur, die Unterkunft, die Wassertemperatur, das Wetter oder einfach nur mit der Hibbeligkeit vor dem Unbekannten.

Kennt ihr schon die Sprüche zum Thema „Reisen mit Baby“? „An Urlaub dürfe man da ja gar nicht denken!“, „Nichts ist mehr wie vorher, also bleibt besser zuhause!“, „Balkonien ist doch auch schön“, „Wirst sehen, den nächsten entspannten Urlaub kannst du machen, wenn er auf Matura fährt.“, „Was? Mit Baby auf Urlaub? Seid ihr wahnsinnig?“, „Ach ihr seid also solche.“ Mit „solche“ sind die Menschen gemeint, die mit Baby ein Flugzeug betreten. Aber auch Eltern und Kinder haben ein Recht, dieses Fortbewegungsmittel zu nutzen. Das wird leider einfach manches Mal ausgeblendet. Das auch „solche“ einen Tapetenwechsel benötigen auch. Ok. Wenn ich eines gelernt habe als Mama, dann ist es folgendes: erlaube dir kein Urteil, ohne alle Seiten zu kennen. Also quasi unmöglich. Folglich versuche ich so gut es geht vorurteilsfrei durchs Leben zu gehen (nicht leicht!). Auch gegenüber diesen Sprücheklopfern. Und manchmal schwingt neben der vermeintlichen Bevormundung, auch wirkliche Sorge mit. Sorge, dass dem Baby die Reise nicht gut tut. Sorgen, die natürlich auch die Eltern vor einer Entscheidung viel abverlangen.

Urlaubsreif

Aber: auch Mamas, Papas und Babys brauchen Urlaub. Daher bringen das ganze Sorgen-bibabo Fidibumm genau nix. Das was aber sehr wohl etwas bringt, richtig, ist: Urlaub! Spätestens, wenn das Windelwechseln im letzten Jahr zur Paradedisziplin der Eltern geworden ist, die Stillstunden von lang zu kurz, von kurz zu wieder lang und zu kurz, die Spaziergänge zum Hofer, DM, Billa, Interspar, Spielplatz 1, Spielplatz 2, Park 1, Park 2, Kindercafé etc. etwas an Glanz verlieren, die Powernaps in der Morgendusche (mit kurzer unbeabsichtiger Self-Waterboarding-Einlage) oder die Spieleinheit am Spielteppich mit deinem Kleinen mit Duplostein auf deiner Stirn endet, zur Regelmäßigkeit heranwachsen, oder aber du glaubst du hörst Meeresrauschen, in Wirklichkeit hast du einen Hörsturz vor lauter Stress. Ja spätestens dann merkst du wie urlaubsreif du eigentlich bist.

Urlaubsfanatismus

Ich bin ein absoluter Urlaubsfanatiker. Dafür, dass ich es eigentlich liebe neue Länder zu entdecken, habe ich in meinem Leben erstaunlicherweise nur halb so viele Reisen gemacht, wie ich gerne möchte. Das mag zum einem am nicht wirklich vorhandenen Budget (weshalb kostet das nochmal so viel?) und zum anderen an meiner besseren Hälfte liegen. Mein Mann zählt wohl zu den seltenen Reisemuffeln und versucht unser Erspartes mit Müh und Not beisammen zuhalten. Ich hingegen überzeuge in regelmäßigen Abständen, wie wichtig es ist, die Welt auf der wir leben, doch auch zu kennen (!!!). Manchmal finde auch ich die richtigen Argumente, um diesen Mann zu überzeugen. Diese Argumente findet ihr einen Absatz weiter oben (Urlaubsreif und so.).

Dieses Mal habe ich hoch und heilig versprochen, dass es wirklich nur ein Badeurlaub ist. Also wirklich Entspannung! Nicht so wie die letzten Male, wo der „Urlaub“ in tägliche 15-20 km Fußmärsche ausgeartet ist. Denn die „Affen am Berg“ hoch oben wollen auch noch gesehen werden. Aber das ist ein anderes Thema und vor allem ein anderes Land! Dieses Mal: minimalstes Sightseeing. Ganz sicher. Mal sehen, wie viele Tage ich mich daran halten werde…hm. Aber dieses Mal ist wirklich alles anders. Denn das erste mal ist unser Noch-Baby, bald Einjähriger mit dabei. Und in ungewohnter Weise packen wir bereits einige Tage im Vorfeld für unseren ersten Familienurlaub zu Dritt.

Urlaubscheckliste

Damit wir auch unter Garantie nichts vergessen habe ich online natürlich eine Checkliste für „Urlaub mit Baby“ und „das Packen für Ihr Baby/Kleinkind“ gegoogelt. Auf Babycenter.de habe ich eine wirklich brauchbare gefunden. Da es wirklich viele Checklisten im Internet gibt, unterlasse ich es hier eine eigene zu erstellen, sondern verweise auf die wirklich tolle Checkliste, die wir auch für unseren Urlaub herangezogen haben.

Was ich euch aber gerne auf den Weg mitgeben kann, sind ein paar Tipps wie ihr meiner Meinung nach, dem Urlaub mit Baby begegnen könnt.

  1. Lasst euch nicht verrückt machen durch die Sorgen anderer oder durch eure eigenen.
  2. Versucht geordnet und pragmatisch in der Reiseplanung vorzugehen.
  3. Das erste Reiseziel zu Dritt sollte für alle Beteiligten möglichst entspannend sein. Eine Safaritour in Botswana ist dann evtl. nicht so ideal. Das bleibt aber euch überlassen (aber ernsthaft: ich würde eher in Europa einen Strandurlaub empfehlen :))
  4. Ihr dürft auch Sachen vergessen. Die meisten europäischen Länder haben die gleichen/ähnliche Dinge, wie zuhause.
  5. Seid zuversichtlich, dass der Flug (wenn ihr fliegt) ohne gröbere Probleme zu bewerkstelligen sein wird. Wie auch zuhause gilt die Regel auch auf Reisen. Sind die Eltern entspannt, ist das Baby entspannt.
  6. Habt Spaß und vergesst nicht auf gemeinsame Schnappschüsse. Erinnerungen an schöne Zeiten sind so wertvoll.

Ich hoffe ich kann mich selbst brav an meine eigenen Tipps halten. Gerne berichte ich euch von meinem ersten Urlaub mit Baby bei einem meiner nächsten Beiträge. Bis dahin alles Liebe!

Spielraum Märchenwald – Mein Erfahrungsbericht

am
23.05.2019

Das Wetter ist die letzten Wochen wirklich grausig kalt, regnerisch und der Feind aller Eltern. Letztes Jahr im Mai war es wunderschön warm und die Vorboten zum Sommer waren quasi schon übersprungen. 30 Grad Celsius und Sonne Ende nie. Fast wie in Ibiza 😉 Nur leider warten wir dieses Jahr eher länger als kurz auf den richtig warmen Sommer. Alle Eltern, die ein Krabbelkind und älter haben wissen: wenn das Kind untertags nicht vollends ausgelastet wird, droht ein Armageddon-ähnlicher Zustand des Nächtens. Und das wollen wir nicht. Das will niemand. Never ever. Gut, dass es Spielräume wie den Spielraum Märchenwald gibt.

Meine Abenteuer

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