Ende meiner Karenz – Was ich in 1 1/2 Jahren gelernt habe

am
17.12.2019

Anfang Juli 2018 hat sich mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Denn da wurde ich Mama. Ganz genau genommen war ich zwar schon Mama als ich den positiven Schwangerschaftstest vor mir hatte, aber ab dem Zeitpunkt als mein Sohn mich ansah und meine Hand hielt, da fühlte ich es ganz und gar. Jetzt bin ich es tatsächlich.

Ein paar Wochen zuvor war ich in den Mutterschutz gegangen, hatte alles für unser neues Leben mit Baby vorbereitet. Nestbautrieb wird dies auch im Fachjargon betitelt. Hatte großartigste Vorstellungen davon, was ich alles mit meinem Sohnemann erkunden wollte. Abenteuer, die wir beide gemeinsam erleben sollten. Mit Papa aber auch nur mit der Mama. So. Dann kam alles ganz anders. Wir hatten auch unsere Abenteuer, keine Frage. Aber wir hatten viel mehr Alltag. Und es war trotzdem wunderschön.

Eine wunderschöne Karenz endet

Nun ist bald Weihnachten und meine einenhalb-jährige Karenz neigt sich dem Ende zu. 18 Monate voller neuer Erfahrungen und voller Windeln, die ich nie mehr missen möchte. Ich konnte alle Empfindungen und Erfahrungen meines Kindes mitbekommen und bin glücklich, dass dies hier in Österreich möglich ist. Erst neulich wurde ich wieder daran erinnert, dass dies leider nicht in jedem Land selbstverständlich ist. In Frankreich beispielsweise ist es üblich, dass die Mamas nach drei Monaten wieder arbeiten gehen. Oder auch in den USA. Für mich persönlich unvorstellbar, jedoch sollte diese Entscheidung jeder Mama selbst überlassen werden. In den Ländern wo längere Karenzzeiten aber erst gar nicht unterstützt werden vom Staat, finde ich, gehört deutlich nachgebessert, damit Mamas und Papas selbst entscheiden können. Und nicht dazu gezwungen werden!

Schlafen, Stillen, Wickeln und Humor

Ihr seht, ich habe gelernt, dass dies nicht selbstverständlich ist. Was habe ich nun noch gelernt? Der menschliche Körper kann in den ersten Wochen nach einer Geburt wahrhaft meisterliches vollbringen. Vor allem Schlafentzug, ist uns Mamas und Papas in den ersten Monaten, wenn nicht leider sogar länger, ein sehr naher Begriff. Wie oft stelle ich mir vor, wenn das Kind dann Langschläfer wird, werde ich mich genauso lustig heran pirschen und den Lichtschalter um 5 Uhr in der Früh betätigen. Es wird uns ein Fest sein 😉

Auch das Thema Stillen ist eines, das viele Emotionen weckt. Ich habe gemerkt, dass dauernd darüber diskutiert wird, ob gut oder oder schlecht. Ob zu lang oder zu kurz. Jeder hat eine Meinung dazu, auch wenn es vielleicht gar nicht interessiert. Was ich dazu verinnerlicht habe ist, dass es genau zwei Menschen etwas angeht. Und das sind Kind und Mama. Punkt.

Wickeln ist eines meiner Lieblingsthemen geworden, denn ich liebe Überraschungen. Und mein Kind hält gerne die eine oder andere für mich bereit. Ich habe gelernt, dass wenn der Gesichtsausdruck des Kindes plötzlich entgleitet und sich Stirnfalten und Pressgeräusche entlocken, dann ist der Papa mit Wickeln dran 😉 Auch hätte ich nie geglaubt, dass ich jemals zu den Mamas gehöre, die das Kind packen und kräftig am Hintern riechen. Einfach um zu überprüfen: ist das jetzt eine Stinkewindel oder nicht?! Ja auch hier kann man sich irren. 😉 Besonders aber freut es meine Hände, dass man nicht mehr sooft wickeln muss, wie in den ersten Lebensmonaten. Denn das sagt einem aus irgendeinem Grund niemand! Die Hände leiden sehr, weil man dauernd Hände wäscht! Dank einer guten Handcreme, konnte ich die aufgerissenen und rauen Hände in den Griff bekommen. Jedoch hat dies lange gedauert.

Wenn du nicht weinen kannst, dann lache.

Mein Rezept für lange Nächte, Schrei-Tage, schlechte Launen des Kindes oder Haushaltschaos aufgrund dessen: nimm es mit Humor. Du kannst es in diesem Augenblick nur besser machen, indem du die Gelassenheit findest und dir ein Lächeln ins Gesicht zauberst. Es ist leichter gesagt als getan, denn die Monate ab einem Jahr habe ich gefühlt viel intensiver erlebt, als die davor. Mein Kind hat schnell seinen eigenen Kopf entwickelt und so viele Hummeln im Hintern, dass ich oftmals gar nicht hinterher kam. Ich war DIESE eine Mama im Spielcafé, die dem Kind, das unaufhörlich im Kreis gelaufen ist, dauernd hinterher gedübelt ist, damit es sich und andere nicht verletzt. Währenddessen alle anderen Kinder still und unbeteiligt herumsaßen und uns wohl als belustigenden Hauptact betrachteten. Anfangs habe ich es wirklich verflucht. Doch dann dachte ich mir: mein Kind ist so toll aktiv, so neugierig und einfach nur wunderbar! Das kann nur gut sein. Und als ich es akzeptiert hatte, war es plötzlich nur noch halb so anstrengend.

Was ich sagen will ist, dass die Elternkarenz so schnell vorbei geht. Jede Mama und jeder Papa sagt es dir zu Beginn, „Genieß die Zeit! Sie wird im Flug vergehen!“. Und du denkst dir: „och ja! Wird schon nicht so schnell sein.“ Und dann. Ratzfatz sind 18 Monate um. Was ich dir auf deinem Weg mitgeben möchte: auch wenn es Alltag ist und nicht jeden Tag ein großartiger Ausflug oder ein Abenteuer. Es ist trotzdem jetzt DEIN Abenteuer. Auch wenn es wie Alltag scheint, dein Kind sieht dich und die Welt ganz anders und freut sich jeden Tag darauf. Nimm diese Freude in dich auf und gib sie an andere weiter. Erst letztens habe ich den Spruch gelesen: Für dich ist es Alltag, für dein Kind ist es seine Kindheit. Ich fand diesen Ausspruch so toll und wir sollten uns das jeden Tag vor Augen führen.

Weißt du noch wie die Karenz für dich war? Hast du sie genießen können? Welche Herausforderungen hast du noch in Erinnerung? Ich freue mich über deinen Kommentar 🙂

Alles Liebe für dich und dein Kind,

deine Vicky

Stoppt endlich das Mamashaming & Kidsbashing

am
15.08.2019

Neulich schickte mir mein Mann einen Tweetverlauf per Messenger, indem eine Mama ihren Unmut über eine österreichische Bäckereikette, deren unfreundlichen Mitarbeiter anscheinend eine Mama samt schreienden Kind vor die Tür „gebeten“ hatte. Die Mutter wollte ein Wasser für das durstige Kind kaufen. Deswegen schrie es auch. Das Kind war ihm zu laut, er hatte Kopfweh. So die Beschreibung des Tweets. Meiner Meinung nach eine grausige Eskalation, die mit gesunden Menschenverstand und Einfühlungsvermögen vermeidbar gewesen wäre.

Spielraum Märchenwald – Mein Erfahrungsbericht

am
23.05.2019

Das Wetter ist die letzten Wochen wirklich grausig kalt, regnerisch und der Feind aller Eltern. Letztes Jahr im Mai war es wunderschön warm und die Vorboten zum Sommer waren quasi schon übersprungen. 30 Grad Celsius und Sonne Ende nie. Fast wie in Ibiza 😉 Nur leider warten wir dieses Jahr eher länger als kurz auf den richtig warmen Sommer. Alle Eltern, die ein Krabbelkind und älter haben wissen: wenn das Kind untertags nicht vollends ausgelastet wird, droht ein Armageddon-ähnlicher Zustand des Nächtens. Und das wollen wir nicht. Das will niemand. Never ever. Gut, dass es Spielräume wie den Spielraum Märchenwald gibt.

Ich bin keine perfekte Mama

am
05.05.2019

Aber eine liebende Mama. Wir Mamas wissen in der Regel meist spätestens, wenn wir dieses kleine (bei manchen auch schon großes) Bündel an purer Liebe das erste Mal in unsere Arme schließen dürfen, wie sich grenzenlose Liebe wirklich anfühlt. Und wie es ist, wenn dein Herz plötzlich deine Finger mit einer Minifaust umschließt. Ja richtig. Dein Herz. Es liegt plötzlich offen und frei für alle Welt sichtbar da und ist klein, verletzlich, absolut unschuldig und es ist das allerwichtigste in der ganzen weiten Welt für dich.

Schön & Gut – Faire Produkte aus Wieden

am
28.03.2019

Ich bin fairliebt!

Ganz in der Nähe vom Wiener Naschmarkt, in der Preßgasse 28, im wunderschönen Wieden, befindet sich der Concept Store „Schön & Gut“ der Kümmerei. Was ist denn bitte die Kümmerei, werden sich jetzt viele berechtigterweise fragen. Die Kümmerei ist eine Abteilung der Job-TransFair Gemeinnützige GmbH und wird finanziert aus Mitteln des Arbeitsmarktservice Wien. Im Schön & Gut werden hochwertig fair und ökologische hergestellte Produkte, von Menschen die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind, verkauft. Diese werden laut der FAIRkaufsrichtlinien auf der Webseite des „Schön & Gut“ bevorzugt von sozialen Unternehmen produziert.

Privacy please – Babys und ihr Recht auf Privatsphäre

am
07.03.2019

Seit einiger Zeit kreisen meine Gedanken rund um das Thema „Privatsphäre bei Babys“. Das Thema ist ein sehr heikles und ihm wird meiner Meinung nach nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. In Zeiten von Facebook, Twitter und vor allem Instagram, laufen die Millenial-Mütter und Väter, Generationen Y, X und weiß der Kuckuck was es da noch alles gibt auf Hochtouren, um sich im Internet entweder selbst oder eben schlimmer, ihre Babys zu inszenieren. Angefangen bei irgendwelchen Challenges, wo die meisten nicht mal wissen weshalb sie sich jetzt den Eiskübel Wasser übern Kopf leeren (ja ich weiß die ist uralt aus Sommer 2014!! und meines Wissens auch keine Babies inkludiert) bis hin zu Käse ins Gesichts ihres Babys zu klatschen (brandneu & leider kein Scherz!) ist alles dabei. Und meine Frage lautet einfach nur: warum?!?

Beikost – Der aufregende Tango mit dem Essen

am
22.02.2019

Bei…was? Beikost! Damit hat man eher selten als Nicht-Eltern zu tun und die eigene Babyzeit liegt meist ein paar Jährchen zurück. Als Elternteil jedoch ist es etwas ganz anderes. Ca. ab dem 5. Monat des Juniors oder der Juniorin setzt sich spätestens jedes Elternpaar mit diesem Thema auseinander. Und dann fängt der Wörter-Tango rund um das Thema „Essen und Baby“ an. Und der kann recht beängstigend für uns Jungeltern sein. Da kommen Themen wie „Babys erster Brei“, „Babymenü“, „Dampfgarer“, „BLW“ kurz für Baby-Led-Weaning (Baby füttert sich selbst – ja das gibt es ;-)) und so vieles mehr auf den Tisch der Jungeltern, sodass man schnell überfordert ist. Wie es mir dabei ergangen ist und warum mir das Thema am Herzen liegen lest hier.

Familienoase – Relaxen mit Baby

am
13.02.2019

Mein Mann ließ letztens beim gemeinsamen Abendessen folgenden Satz fallen: „Ich brauch wieder einen Thermentag! Aber bald!“. Und just genau in diesem Moment waren mir die verspannten Schultern, der viel zu unentspannte Kiefer und mein total überbelasteter Rücken noch viel mehr bewusst als sonst. Ich träumte mich innerlich für ein paar Sekunden zurück zu unserem letzten Thermentag in die Familienoase, in der wir vor ein paar Wochen Anfang des neuen Jahres in der Therme Laa an der Thaya eine kleine Wellness-Auszeit genossen hatten.

Mit Kinderwagen durch den Öffi-Dschungel

am
27.01.2019

Jede Mama kennt das wahrscheinlich. Die Freundin, die man endlich treffen möchte, um den Nachwuchs vorzustellen wohnt nicht gleich um die Ecke oder das Geschäft, wo man ganz dringend etwas braucht ist am anderen Ende der Stadt. Was sonst? Zwar hat Frau von heute meist eine supercoole und echt tolle Babytrage, aber irgendwann sind die Kampfkilos des Zwergs nicht mehr weg zu argumentieren. Vor allem der Rücken sehnt sich nach einer klitzekleinen Pause. Wurde er doch monatelang stark beansprucht. Und nein! Es wird ganz sicher nicht weniger werden. Wozu sonst hat man auch den sündhaft teuren Kinderwagen gekauft, manch einer im Gegenwert eines kleinen Gebrauchtwagens, wenn ihn dann nicht auch nutzen?

Ja richtig! Deswegen hier ein kleiner, lustiger Leitfaden für jede Mama, die bisher die Öffis vermieden hat, sich aber nun doch endlich mal in den Dschungel der Öffentlichen Verkehrsmittel wagen möchte – mit Kinderwagen. Für alle die den Dschungel schon hinter sich haben: ihr Löwenmamas könnt stolz auf euch sein! 

7 Dinge die ich als Jungmama gelernt habe

am
16.01.2019

Die ersten zwei Wochen des neuen Jahr sind gefühlt so schnell vorbei gezogen wie das letzte halbe Jahr. Und das war wahrlich ein Besonderes, so war es doch das erste halbe Jahr meines Sohnes auf dieser Welt. Dabei habe ich als Jungmama einige Dinge über mich und meine Umwelt gelernt. Vor allem aber, habe ich mich selbst zu einem gelasseneren und ausdauernden Menschen gewandelt. Man mag es kaum glauben, was trotz Schlafmangel alles machbar ist.

Ich wundere mich tagtäglich, wie ich es schaffe mich in in der Früh (oder noch Nächtens) aufzuraffen, um wieder die nächste Windel zu meistern. Volle Windeln per se sind jetzt nicht mein Traum (oder Albtraum), aber der Augenblick wo mich mein Kind fröhlich anlächelt und sich dabei motiviert die Faust in den Mund steckt, machen alle anstrengenden Nächte und Tage wieder wett. Besonders morgens wenn mein Sonnenschein ausgeschlafen hat, ist das erste Lächeln das Schönste was ich mir vorstellen kann. Und gerade für diese Augenblicke bin ich dankbar. Denn sie rasen doch unglaublich schnell an uns vorbei. Augenblicke die vollgepackt sind mit Neuem,  Schönen oder auch Beängstigenden. 

Meine Abenteuer

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