Selbstliebe – wann ist es so weit?

am
07.02.2020

Morgenroutine

Heute morgen stand ich vorm nicht geputzten Badezimmerspiegelschrank und blickte in meine grau-grünen Augen. Soeben hatte ich mein Gesicht wie jeden Morgen gereinigt, da dies seit kurzem zu meiner täglichen Routine gehörte. Diese wurde mir von einer sehr netten Kosmetikerin, bei der ich meine allererste professionelle Gesichtreinigung überhaupt machen ließ, dringend ans Herz gelegt. Die Haut sei viel zu trocken, schuppig und außerdem ist das Alter ohne Cleansing foam und Face Tonic leider längst passé, gilt zumindest für alle über 30. Mit gar 31 Jahren erst so ein Routine zu beginnen, ist wohl ziemlich kühn und ich dürfte als Exot unter den Frauen in meinem Umfeld gelten. Mir reichte bisher eine Gesichtscreme. Das war’s. Da ich aber meine Haut liebe und auch meine Schwester mir bestätigte, dass eine Morgen- und Abendroutine das Um-und-Auf für gesunde Haut ist, gehöre ich nun wohl zur breiten Masse, die in den Drogeriemarkt jedes Monat Nachschub für ihr Gesicht holen.

Das Ping-Pong-Spiel

Ich schaut also auf meiner gereinigte Haut. Und auf meine stark gerötete Nase. Rudolph the Rednose Rendier „Hallo!! Ja eine starke Verkühlung hatte nun auch mich nieder geschlagen. Langsam war ich zwar am Weg der Besserung. Doch dieses Trauerspiel, dass wohl jede/r Kinderkrippen-Mama-und-Papa kennt, zog bereits seit der Eingewöhnung und schon davor sein Liedchen ab. Das ging sicherlich seit einigen Wochen, wenn nicht sogar Monaten schon, wie ein Ping-Pong-Spiel hin und her. Zuerst hatte unser Lausi eine Verkühlung, dann hatte mein Mann diese. Kind war wieder gesund, stattdessen muss der Mann gepflegt werden. Armer Mann. Dann wieder Kind, dann Mann, dann Kind, dann kurz Mama keine Stimme mehr, dann wieder Papa usw. In der Statistik hatte ich also bravourös unterschlagen, dass Mamas eigentlich schon krank werden, nur irgendwie dürfen’s sie es nicht. Sie halten es zurück. Kind hat halt immer Vorrang und so ein doofer Schnupfen hält uns ja nicht auf. Blöd ist es nur, wenn zum Schnupfen starkes, nicht aushaltbares Halsweh, Kopfweh, belegte Ohren, Fieber bis 39 Grad Celsius und Schüttelfrost hinzu kommen. Das lässt sich leider nicht weg thematisieren.

Workingmum und Dalmatiner

Das alles waren sehr unglückliche Zustände, die mich hier tangierten, wo ich doch gerade mal erst einen Monat zurück im Job war. Ja richtig. Workingmum is in da house. Krank. Im Bett. Aber da. So wo waren wir jetzt eigentlich? Ach ja. Ich war krank und hatte Zeit mich im Spiegel zu betrachten. Zeit die ich normalerweise nicht habe. Aber da ich die besten Schwiegereltern der Welt habe und den besten Ehemann der Welt, wurde mir diese Woche mein Lausi abgenommen, damit ich mich vollends erholen konnte. Das heißt das Lausi hatte Qualitytime mit Oma und Opa. Die beiden liebt er über alles und sie lieben ihn. Ich hatte also Zeit um gesund zu werden. Um mein Spiegelbild genauer zu betrachten. Mein Blick schweifte rechts rauf zu meiner rechten Augenbraue. Darüber befindet sich ein weißes, hervorstehendes Muttermal. Etwas das mir seit einiger Zeit immer mehr ins Auge sticht. Mich sogar stört. Mir fällt es erst seit der Gesichtsreinigung so richtig auf.

Überhaupt habe ich nicht wenige Muttermale. Mein Arme sind voll davon. Meine beste Freundin nennt mich liebevoll Dalmatiner. Und mein Mann hatte mal versucht sie zu zählen, aber es schlußendlich aufgegeben. Außerdem bin ich regelmäßige Patientin in der Hautarztpraxis, zur wichtigen Kontrolle, damit ja nichts übersehen wird. Auch wenn diese Muttermale mich ein Leben lang schon begleiten, so habe ich erst vor einigen Jahren angefangen sie zu akzeptieren. Vorher waren sie mir unangenehm. Lästig. Ich sah nicht normal aus. Keines der Mädchen in den Zeitschriften hatte so viele Muttermale wie ich. Nirgendwo im Fernsehen waren Frauen oder Mädchen mit derartigen Aussehen zu sehen. Ja es gab eine Cindy Crawford, die einen Schönheitsfleck hatte. Ja. Einen. Aber nicht hunderte.

Ich hasse den BMI

Dazu kam, dass ich bereits seit meiner Jugend an Übergewicht leide. Es begann früh. Wenn ich mir jetzt Fotos von früher ansehe, merke ich, dass nicht mein Übergewicht früh begann. Ich hatte zwar etwas Babyspeck, doch nichts was nicht einfach so vergangen wäre. Nein die Worte und Aussprüche von anderen Menschen, die damals mein Selbstbild prägten, hatten mir früh eingeredet ich sei nicht normal. Ich sei dick. Aber ich war es nicht. Zumindest nicht zu dem Zeitpunkt, als diese Sprüche begannen. Eine Erkenntnis, die mir zeigt, dass andere Menschen dein Selbstbild stark beeinträchtigen können. Durch ihre Worte. Ihre Ablehnung. Ihre Einstellung zu dir.

Ich war in ein Ringelspiel verfrachtet worden, dass nie nach einem Ticket gefragt hatte, und mich einfach nicht mehr aussteigen ließ. Sämtliche Abnehmversuche scheiterten. Der BMI verfolgte mich überall hin. Ich begann Kleidung zu tragen, die meine Stellen, die ich nicht gerne hatte zu verdecken. Dazu zählte wohl oder übel mein ganzer Körper. Meine Arme waren mir peinlich wegen meiner Muttermale und der dicken Oberarme. Ich hatte (und habe noch immer) Cellulite und die Oberschenkel waren dick. Meine Hüften und mein Bauch ebenso. Ich mochte fast nichts an mir. Nur mein Gesicht. Das fand ich schön. Dafür bekam ich Komplimente.

Das Selbstbild von uns wird von anderen geprägt

Eines Tages beim Sportunterricht in der Oberstufe hörte ich eines der Mädchen sagen, das mein Gesicht ja ganz nett wäre. Aber der Rest wäre hässlich. Diese Worte werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen. Sie haben mich so tief verletzt. Ich mochte das Mädchen nicht. Wir waren nicht befreundet und doch hatte sie so eine Macht über mein Selbstbild. Wie sollte ich mich jemals selbst lieben können, wenn es immer wieder solche Menschen gab, die ihre Meinung über mich herausstießen. Die mich und mein Wesen überhaupt nicht kannten. Nicht in mich hineinsehen konnten. Nicht sahen was ich dachte und fühlte und dennoch so überzeugt davon waren, dass ich nicht richtig war. Ich glaubte sehr lange was sie sagten.

Das Ding ist, auch wenn Menschen, die du liebst und die dich lieben, dir immer wieder versichern wie wunderschön du bist und wie einzigartig du bist. Du glaubst leider immer das Schlechte von dir zuerst. Nicht das Beste. Und das ist falsch. Ganz falsch. Genau andersherum müsste es funktionieren. Wir sollten den Menschen, die in unsere Seelen blicken können und uns in-und-auswendig kennen, vertrauen. Und ihnen zuhören, wenn sie sagen wie schön sie jedes einzelne Muttermal finden. Wie sehr sie die Sommersprossen in deinen Gesicht vergöttern. Und wie herzerwärmend sie dein Lächeln finden. Wie toll du als Mensch, Mutter und Frau bist.

Andere lieben ist leichter

Mein Mann kennt mich seit ich sechzehn bin. Er hat all diese Geschichten mit bekommen. Er wurde sehr wütend, als ich ihm erzählte wie andere Menschen über mich reden. Was andere Menschen über mich sagen. Er baute mich jedes Mal auf. Versicherte mir, dass die Eifersucht, Dummheit oder Langeweile aus den Menschen sprach. Dass viele nicht darüber nachdachten, was sie mit ihren Worten anrichten. Einzig und allein zählt, was ich von mir halte. Er liebte und liebt mich wie ich bin. Mit all meinen Fehlern. Und auch wenn ich mal wieder durchdrehe, verrückt spiele und meine schlechten Seiten zum Vorschein kommen. Auch dann liebt er mich. Genauso wie ich bin. Das lustige daran ist. Mir geht es genauso. Ich kenne sämtliche schlechte Seiten meines Mannes. Und auch ich liebe alles an ihm. Ich nehme seine Fehler an, weil ich ihn liebe. Witzig wie einfach das ist. So einfach, dass es doch auch nicht so schwer sein sollte, sich selbst zu lieben.

In Zeiten der #selbstliebe

Dieses Thema wird bei vielen Menschen immer präsenter. Es heißt: liebe dich selbst, dann kannst du auch andere lieben. Doch eigentlich liebt man doch zuerst meist jemand anderen. Anderen kann man Fehler mehr verzeihen als sich selbst. Ich spreche hier explizit von mir. Ich bin immer sehr streng mit mir selbst. Mich selbst zu lieben ist ein harter Weg. Ein Weg der steiniger nicht sein könnte. Steine, die einem von anderen in den Weg gelegt werden. Steine die Worte sind, die nie vergessen werden können. Die Wirkung der Worte kann aber abgeschwächt und umgedreht werden. Ich befinde mich dafür auf einem guten Weg.

Interessant ist auch, dass je mehr Narben dazu gekommen sind, desto besser läuft es sogar. Narben, die mich früher wahrscheinlich zur Verzweiflung gebracht hätten und jetzt liebe ich meinen Körper für das Wunder der Schwangerschaft. Ich und mein Körper durften ein Kind austragen und dieser Welt schenken.

Seit dieser Schwangerschaft fällt es mir viel leichter meinen Körper zu akzeptieren. Und ich dürfte nicht die einzigste sein. Ich kenne einige Frauen, denen es so ergangen ist. Die eigene Sinnhaftigkeit im Leben zu erkennen, ist wie das Augen öffnen nach einem sehr langen und ausgiebigen Schlaf. Ein Schlaf, der Jahre gedauert hat. Ich möchte nicht damit sagen, dass andere Dinge nicht sinnhaftig sind und auch nicht, dass Mütter dies gepachtet haben. Doch dieses Erlebnis einer Geburt, das Großziehen eines Kindes und die Aufgaben die daraus erwachsen, sind unbeschreiblich schön. Natürlich auch hart und nicht jede Frau erlebt eine gute Geburt. Nichts ist für jeden gleich, sondern alles ist für jeden anders. So kann ich nur aus meiner Perspektive berichten.

Meine Perspektive ist nicht geschönt

Warum schreibe ich so persönlich zum Thema Selbstliebe. Ich weiß es nicht genau. Damals als Kind/Jugendliche wusste ich nicht, dass es dieses „sich selbst lieben“ überhaupt gibt. Mir war nur Abneigung gegen mich und meinen Körper bewusst. Ich war eifersüchtig auf andere „normale“ Körper. Ich kannte die Macht der Worte von anderen, die unser Selbstbild formen. Doch was ich jetzt kenne hilft möglicherweise anderen jungen Frauen. Oder auch erwachsenen Frauen. Frauen, die mit sich selbst hadern. In Zeiten wo man nur Bloggerinnen und Influencer wahrnimmt, die vermeintlich perfekt wirken. Mit dem perfekten Freund/Ehemann, dem perfekten Körper, Kind(ern), Haus/Wohnung oder Leben.

Doch das ist alles ein perfekter Schein in Zeiten von Social Media. Lasst euch nicht blenden. Jeder hat Zweifel, Probleme und weiß manches Mal nicht weiter. Nur das wird nicht thematisiert. Thematisiert wird hingegen in Millionen Videos auf Youtube oder Instagram, wie eine Abend- und Morgenroutine fürs Gesicht und die perfekte Haut auszusehen hat. Etwas, das wohl schon zu Genüge durchgekaut wurde. Und doch habe ich erst mit 31 Jahren damit begonnen. Als Trendsetterin kann und will ich mich sicherlich nicht bezeichnen. Als Frau, die das Thema Selbstliebe aber ernst nimmt und tagtäglich versucht, diese umzusetzen, schon.

Meditation als Weg zur Selbstliebe

Wie ich für mich herausgefunden habe, ist Meditation eine große Unterstützung, um Selbstliebe zu erfahren und den eigenen Körper kennen zu lernen. Meditation hat mir bereits vor einigen Jahren geholfen, geduldiger und gelassener zu werden. Aber die letzten Monate hatte ich Meditation vollkommen aus meiner Routine gestrichen. Eher ungewollt als gewollt. Zeitmangel und Stress hatten die Oberhand gewonnen, doch vor einigen Monaten hatte ich mich zum Yoga auf der VHS angemeldet und gemerkt, wie sehr ich die Entspannung vermisst hatte. Zuhause wollte ich diese Entspannung auch etablieren und als ich krank im Bett lag, habe ich auf Youtube die Vloggerin und Yogalehrerin Mady Morrison gefunden. In einer sehr angenehm geführten Meditation hatte sie folgendes Mantra gesagt: „Ich tue genug. Ich habe genug. Ich bin genug.“ Dieses Mantra ist für mich perfekt und ich versuche es in meinen Alltag zu integrieren.

Leg dir ein Mantra zu

Also stand ich vorm Spiegel im Badezimmer. Begutachtete mein weißes Muttermal. Dachte an meine Narben. Meine Cellulite. Meine Oberarme, meine Oberschenkel. Meinen Hintern. Meinen Specki an der Hüfte. Die Hosen, die aus unerfindlichen Gründen (ok ich kenne die Gründe), immer kleiner wurden. Mein Halsweh, dass endlich abklang. Mein Kind, dass heute furchtbar gut gelaunt war. Eine Ausnahme die letzten Tage. Meinen Mann, der alles dafür tat, dass es mir gut ging. Der sich um unseren Umzug (kleiner Teaser! Jaaa wir ziehen endlich um :)) kümmerte, wie ein Superheld. Meine über hundert E-Mails, die auf mich warteten, wenn ich Montag wieder in die Arbeit konnte.

Das alles schoß mir innerhalb von Sekunden durch den Kopf. Sachen, die mich nervös machten, mich nervten, mich freuten oder die ich ignorierte (hallo Hose!). Dann sagte ich es: „Ich tue genug. Ich habe genug. Ich bin genug.“ Und wisst ihr was? Es fühlte sich unglaublich toll an.

Ende meiner Karenz – Was ich in 1 1/2 Jahren gelernt habe

am
17.12.2019

Anfang Juli 2018 hat sich mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Denn da wurde ich Mama. Ganz genau genommen war ich zwar schon Mama als ich den positiven Schwangerschaftstest vor mir hatte, aber ab dem Zeitpunkt als mein Sohn mich ansah und meine Hand hielt, da fühlte ich es ganz und gar. Jetzt bin ich es tatsächlich.

Ein paar Wochen zuvor war ich in den Mutterschutz gegangen, hatte alles für unser neues Leben mit Baby vorbereitet. Nestbautrieb wird dies auch im Fachjargon betitelt. Hatte großartigste Vorstellungen davon, was ich alles mit meinem Sohnemann erkunden wollte. Abenteuer, die wir beide gemeinsam erleben sollten. Mit Papa aber auch nur mit der Mama. So. Dann kam alles ganz anders. Wir hatten auch unsere Abenteuer, keine Frage. Aber wir hatten viel mehr Alltag. Und es war trotzdem wunderschön.

Eine wunderschöne Karenz endet

Nun ist bald Weihnachten und meine einenhalb-jährige Karenz neigt sich dem Ende zu. 18 Monate voller neuer Erfahrungen und voller Windeln, die ich nie mehr missen möchte. Ich konnte alle Empfindungen und Erfahrungen meines Kindes mitbekommen und bin glücklich, dass dies hier in Österreich möglich ist. Erst neulich wurde ich wieder daran erinnert, dass dies leider nicht in jedem Land selbstverständlich ist. In Frankreich beispielsweise ist es üblich, dass die Mamas nach drei Monaten wieder arbeiten gehen. Oder auch in den USA. Für mich persönlich unvorstellbar, jedoch sollte diese Entscheidung jeder Mama selbst überlassen werden. In den Ländern wo längere Karenzzeiten aber erst gar nicht unterstützt werden vom Staat, finde ich, gehört deutlich nachgebessert, damit Mamas und Papas selbst entscheiden können. Und nicht dazu gezwungen werden!

Schlafen, Stillen, Wickeln und Humor

Ihr seht, ich habe gelernt, dass dies nicht selbstverständlich ist. Was habe ich nun noch gelernt? Der menschliche Körper kann in den ersten Wochen nach einer Geburt wahrhaft meisterliches vollbringen. Vor allem Schlafentzug, ist uns Mamas und Papas in den ersten Monaten, wenn nicht leider sogar länger, ein sehr naher Begriff. Wie oft stelle ich mir vor, wenn das Kind dann Langschläfer wird, werde ich mich genauso lustig heran pirschen und den Lichtschalter um 5 Uhr in der Früh betätigen. Es wird uns ein Fest sein 😉

Auch das Thema Stillen ist eines, das viele Emotionen weckt. Ich habe gemerkt, dass dauernd darüber diskutiert wird, ob gut oder oder schlecht. Ob zu lang oder zu kurz. Jeder hat eine Meinung dazu, auch wenn es vielleicht gar nicht interessiert. Was ich dazu verinnerlicht habe ist, dass es genau zwei Menschen etwas angeht. Und das sind Kind und Mama. Punkt.

Wickeln ist eines meiner Lieblingsthemen geworden, denn ich liebe Überraschungen. Und mein Kind hält gerne die eine oder andere für mich bereit. Ich habe gelernt, dass wenn der Gesichtsausdruck des Kindes plötzlich entgleitet und sich Stirnfalten und Pressgeräusche entlocken, dann ist der Papa mit Wickeln dran 😉 Auch hätte ich nie geglaubt, dass ich jemals zu den Mamas gehöre, die das Kind packen und kräftig am Hintern riechen. Einfach um zu überprüfen: ist das jetzt eine Stinkewindel oder nicht?! Ja auch hier kann man sich irren. 😉 Besonders aber freut es meine Hände, dass man nicht mehr sooft wickeln muss, wie in den ersten Lebensmonaten. Denn das sagt einem aus irgendeinem Grund niemand! Die Hände leiden sehr, weil man dauernd Hände wäscht! Dank einer guten Handcreme, konnte ich die aufgerissenen und rauen Hände in den Griff bekommen. Jedoch hat dies lange gedauert.

Wenn du nicht weinen kannst, dann lache.

Mein Rezept für lange Nächte, Schrei-Tage, schlechte Launen des Kindes oder Haushaltschaos aufgrund dessen: nimm es mit Humor. Du kannst es in diesem Augenblick nur besser machen, indem du die Gelassenheit findest und dir ein Lächeln ins Gesicht zauberst. Es ist leichter gesagt als getan, denn die Monate ab einem Jahr habe ich gefühlt viel intensiver erlebt, als die davor. Mein Kind hat schnell seinen eigenen Kopf entwickelt und so viele Hummeln im Hintern, dass ich oftmals gar nicht hinterher kam. Ich war DIESE eine Mama im Spielcafé, die dem Kind, das unaufhörlich im Kreis gelaufen ist, dauernd hinterher gedübelt ist, damit es sich und andere nicht verletzt. Währenddessen alle anderen Kinder still und unbeteiligt herumsaßen und uns wohl als belustigenden Hauptact betrachteten. Anfangs habe ich es wirklich verflucht. Doch dann dachte ich mir: mein Kind ist so toll aktiv, so neugierig und einfach nur wunderbar! Das kann nur gut sein. Und als ich es akzeptiert hatte, war es plötzlich nur noch halb so anstrengend.

Was ich sagen will ist, dass die Elternkarenz so schnell vorbei geht. Jede Mama und jeder Papa sagt es dir zu Beginn, „Genieß die Zeit! Sie wird im Flug vergehen!“. Und du denkst dir: „och ja! Wird schon nicht so schnell sein.“ Und dann. Ratzfatz sind 18 Monate um. Was ich dir auf deinem Weg mitgeben möchte: auch wenn es Alltag ist und nicht jeden Tag ein großartiger Ausflug oder ein Abenteuer. Es ist trotzdem jetzt DEIN Abenteuer. Auch wenn es wie Alltag scheint, dein Kind sieht dich und die Welt ganz anders und freut sich jeden Tag darauf. Nimm diese Freude in dich auf und gib sie an andere weiter. Erst letztens habe ich den Spruch gelesen: Für dich ist es Alltag, für dein Kind ist es seine Kindheit. Ich fand diesen Ausspruch so toll und wir sollten uns das jeden Tag vor Augen führen.

Weißt du noch wie die Karenz für dich war? Hast du sie genießen können? Welche Herausforderungen hast du noch in Erinnerung? Ich freue mich über deinen Kommentar 🙂

Alles Liebe für dich und dein Kind,

deine Vicky

Stoppt endlich das Mamashaming & Kidsbashing

am
15.08.2019

Neulich schickte mir mein Mann einen Tweetverlauf per Messenger, indem eine Mama ihren Unmut über eine österreichische Bäckereikette, deren unfreundlichen Mitarbeiter anscheinend eine Mama samt schreienden Kind vor die Tür „gebeten“ hatte. Die Mutter wollte ein Wasser für das durstige Kind kaufen. Deswegen schrie es auch. Das Kind war ihm zu laut, er hatte Kopfweh. So die Beschreibung des Tweets. Meiner Meinung nach eine grausige Eskalation, die mit gesunden Menschenverstand und Einfühlungsvermögen vermeidbar gewesen wäre.

Spielraum Märchenwald – Mein Erfahrungsbericht

am
23.05.2019

Das Wetter ist die letzten Wochen wirklich grausig kalt, regnerisch und der Feind aller Eltern. Letztes Jahr im Mai war es wunderschön warm und die Vorboten zum Sommer waren quasi schon übersprungen. 30 Grad Celsius und Sonne Ende nie. Fast wie in Ibiza 😉 Nur leider warten wir dieses Jahr eher länger als kurz auf den richtig warmen Sommer. Alle Eltern, die ein Krabbelkind und älter haben wissen: wenn das Kind untertags nicht vollends ausgelastet wird, droht ein Armageddon-ähnlicher Zustand des Nächtens. Und das wollen wir nicht. Das will niemand. Never ever. Gut, dass es Spielräume wie den Spielraum Märchenwald gibt.

Ich bin keine perfekte Mama

am
05.05.2019

Aber eine liebende Mama. Wir Mamas wissen in der Regel meist spätestens, wenn wir dieses kleine (bei manchen auch schon großes) Bündel an purer Liebe das erste Mal in unsere Arme schließen dürfen, wie sich grenzenlose Liebe wirklich anfühlt. Und wie es ist, wenn dein Herz plötzlich deine Finger mit einer Minifaust umschließt. Ja richtig. Dein Herz. Es liegt plötzlich offen und frei für alle Welt sichtbar da und ist klein, verletzlich, absolut unschuldig und es ist das allerwichtigste in der ganzen weiten Welt für dich.

Schön & Gut – Faire Produkte aus Wieden

am
28.03.2019

Ich bin fairliebt!

Ganz in der Nähe vom Wiener Naschmarkt, in der Preßgasse 28, im wunderschönen Wieden, befindet sich der Concept Store „Schön & Gut“ der Kümmerei. Was ist denn bitte die Kümmerei, werden sich jetzt viele berechtigterweise fragen. Die Kümmerei ist eine Abteilung der Job-TransFair Gemeinnützige GmbH und wird finanziert aus Mitteln des Arbeitsmarktservice Wien. Im Schön & Gut werden hochwertig fair und ökologische hergestellte Produkte, von Menschen die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind, verkauft. Diese werden laut der FAIRkaufsrichtlinien auf der Webseite des „Schön & Gut“ bevorzugt von sozialen Unternehmen produziert.

Privacy please – Babys und ihr Recht auf Privatsphäre

am
07.03.2019

Seit einiger Zeit kreisen meine Gedanken rund um das Thema „Privatsphäre bei Babys“. Das Thema ist ein sehr heikles und ihm wird meiner Meinung nach nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. In Zeiten von Facebook, Twitter und vor allem Instagram, laufen die Millenial-Mütter und Väter, Generationen Y, X und weiß der Kuckuck was es da noch alles gibt auf Hochtouren, um sich im Internet entweder selbst oder eben schlimmer, ihre Babys zu inszenieren. Angefangen bei irgendwelchen Challenges, wo die meisten nicht mal wissen weshalb sie sich jetzt den Eiskübel Wasser übern Kopf leeren (ja ich weiß die ist uralt aus Sommer 2014!! und meines Wissens auch keine Babies inkludiert) bis hin zu Käse ins Gesichts ihres Babys zu klatschen (brandneu & leider kein Scherz!) ist alles dabei. Und meine Frage lautet einfach nur: warum?!?

Beikost – Der aufregende Tango mit dem Essen

am
22.02.2019

Bei…was? Beikost! Damit hat man eher selten als Nicht-Eltern zu tun und die eigene Babyzeit liegt meist ein paar Jährchen zurück. Als Elternteil jedoch ist es etwas ganz anderes. Ca. ab dem 5. Monat des Juniors oder der Juniorin setzt sich spätestens jedes Elternpaar mit diesem Thema auseinander. Und dann fängt der Wörter-Tango rund um das Thema „Essen und Baby“ an. Und der kann recht beängstigend für uns Jungeltern sein. Da kommen Themen wie „Babys erster Brei“, „Babymenü“, „Dampfgarer“, „BLW“ kurz für Baby-Led-Weaning (Baby füttert sich selbst – ja das gibt es ;-)) und so vieles mehr auf den Tisch der Jungeltern, sodass man schnell überfordert ist. Wie es mir dabei ergangen ist und warum mir das Thema am Herzen liegen lest hier.

Familienoase – Relaxen mit Baby

am
13.02.2019

Mein Mann ließ letztens beim gemeinsamen Abendessen folgenden Satz fallen: „Ich brauch wieder einen Thermentag! Aber bald!“. Und just genau in diesem Moment waren mir die verspannten Schultern, der viel zu unentspannte Kiefer und mein total überbelasteter Rücken noch viel mehr bewusst als sonst. Ich träumte mich innerlich für ein paar Sekunden zurück zu unserem letzten Thermentag in die Familienoase, in der wir vor ein paar Wochen Anfang des neuen Jahres in der Therme Laa an der Thaya eine kleine Wellness-Auszeit genossen hatten.

Mit Kinderwagen durch den Öffi-Dschungel

am
27.01.2019

Jede Mama kennt das wahrscheinlich. Die Freundin, die man endlich treffen möchte, um den Nachwuchs vorzustellen wohnt nicht gleich um die Ecke oder das Geschäft, wo man ganz dringend etwas braucht ist am anderen Ende der Stadt. Was sonst? Zwar hat Frau von heute meist eine supercoole und echt tolle Babytrage, aber irgendwann sind die Kampfkilos des Zwergs nicht mehr weg zu argumentieren. Vor allem der Rücken sehnt sich nach einer klitzekleinen Pause. Wurde er doch monatelang stark beansprucht. Und nein! Es wird ganz sicher nicht weniger werden. Wozu sonst hat man auch den sündhaft teuren Kinderwagen gekauft, manch einer im Gegenwert eines kleinen Gebrauchtwagens, wenn ihn dann nicht auch nutzen?

Ja richtig! Deswegen hier ein kleiner, lustiger Leitfaden für jede Mama, die bisher die Öffis vermieden hat, sich aber nun doch endlich mal in den Dschungel der Öffentlichen Verkehrsmittel wagen möchte – mit Kinderwagen. Für alle die den Dschungel schon hinter sich haben: ihr Löwenmamas könnt stolz auf euch sein! 

Meine Abenteuer

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