Ende meiner Karenz – Was ich in 1 1/2 Jahren gelernt habe

Anfang Juli 2018 hat sich mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Denn da wurde ich Mama. Ganz genau genommen war ich zwar schon Mama als ich den positiven Schwangerschaftstest vor mir hatte, aber ab dem Zeitpunkt als mein Sohn mich ansah und meine Hand hielt, da fühlte ich es ganz und gar. Jetzt bin ich es tatsächlich.

Ein paar Wochen zuvor war ich in den Mutterschutz gegangen, hatte alles für unser neues Leben mit Baby vorbereitet. Nestbautrieb wird dies auch im Fachjargon betitelt. Hatte großartigste Vorstellungen davon, was ich alles mit meinem Sohnemann erkunden wollte. Abenteuer, die wir beide gemeinsam erleben sollten. Mit Papa aber auch nur mit der Mama. So. Dann kam alles ganz anders. Wir hatten auch unsere Abenteuer, keine Frage. Aber wir hatten viel mehr Alltag. Und es war trotzdem wunderschön.

Eine wunderschöne Karenz endet

Nun ist bald Weihnachten und meine einenhalb-jährige Karenz neigt sich dem Ende zu. 18 Monate voller neuer Erfahrungen und voller Windeln, die ich nie mehr missen möchte. Ich konnte alle Empfindungen und Erfahrungen meines Kindes mitbekommen und bin glücklich, dass dies hier in Österreich möglich ist. Erst neulich wurde ich wieder daran erinnert, dass dies leider nicht in jedem Land selbstverständlich ist. In Frankreich beispielsweise ist es üblich, dass die Mamas nach drei Monaten wieder arbeiten gehen. Oder auch in den USA. Für mich persönlich unvorstellbar, jedoch sollte diese Entscheidung jeder Mama selbst überlassen werden. In den Ländern wo längere Karenzzeiten aber erst gar nicht unterstützt werden vom Staat, finde ich, gehört deutlich nachgebessert, damit Mamas und Papas selbst entscheiden können. Und nicht dazu gezwungen werden!

Schlafen, Stillen, Wickeln und Humor

Ihr seht, ich habe gelernt, dass dies nicht selbstverständlich ist. Was habe ich nun noch gelernt? Der menschliche Körper kann in den ersten Wochen nach einer Geburt wahrhaft meisterliches vollbringen. Vor allem Schlafentzug, ist uns Mamas und Papas in den ersten Monaten, wenn nicht leider sogar länger, ein sehr naher Begriff. Wie oft stelle ich mir vor, wenn das Kind dann Langschläfer wird, werde ich mich genauso lustig heran pirschen und den Lichtschalter um 5 Uhr in der Früh betätigen. Es wird uns ein Fest sein 😉

Auch das Thema Stillen ist eines, das viele Emotionen weckt. Ich habe gemerkt, dass dauernd darüber diskutiert wird, ob gut oder oder schlecht. Ob zu lang oder zu kurz. Jeder hat eine Meinung dazu, auch wenn es vielleicht gar nicht interessiert. Was ich dazu verinnerlicht habe ist, dass es genau zwei Menschen etwas angeht. Und das sind Kind und Mama. Punkt.

Wickeln ist eines meiner Lieblingsthemen geworden, denn ich liebe Überraschungen. Und mein Kind hält gerne die eine oder andere für mich bereit. Ich habe gelernt, dass wenn der Gesichtsausdruck des Kindes plötzlich entgleitet und sich Stirnfalten und Pressgeräusche entlocken, dann ist der Papa mit Wickeln dran 😉 Auch hätte ich nie geglaubt, dass ich jemals zu den Mamas gehöre, die das Kind packen und kräftig am Hintern riechen. Einfach um zu überprüfen: ist das jetzt eine Stinkewindel oder nicht?! Ja auch hier kann man sich irren. 😉 Besonders aber freut es meine Hände, dass man nicht mehr sooft wickeln muss, wie in den ersten Lebensmonaten. Denn das sagt einem aus irgendeinem Grund niemand! Die Hände leiden sehr, weil man dauernd Hände wäscht! Dank einer guten Handcreme, konnte ich die aufgerissenen und rauen Hände in den Griff bekommen. Jedoch hat dies lange gedauert.

Wenn du nicht weinen kannst, dann lache.

Mein Rezept für lange Nächte, Schrei-Tage, schlechte Launen des Kindes oder Haushaltschaos aufgrund dessen: nimm es mit Humor. Du kannst es in diesem Augenblick nur besser machen, indem du die Gelassenheit findest und dir ein Lächeln ins Gesicht zauberst. Es ist leichter gesagt als getan, denn die Monate ab einem Jahr habe ich gefühlt viel intensiver erlebt, als die davor. Mein Kind hat schnell seinen eigenen Kopf entwickelt und so viele Hummeln im Hintern, dass ich oftmals gar nicht hinterher kam. Ich war DIESE eine Mama im Spielcafé, die dem Kind, das unaufhörlich im Kreis gelaufen ist, dauernd hinterher gedübelt ist, damit es sich und andere nicht verletzt. Währenddessen alle anderen Kinder still und unbeteiligt herumsaßen und uns wohl als belustigenden Hauptact betrachteten. Anfangs habe ich es wirklich verflucht. Doch dann dachte ich mir: mein Kind ist so toll aktiv, so neugierig und einfach nur wunderbar! Das kann nur gut sein. Und als ich es akzeptiert hatte, war es plötzlich nur noch halb so anstrengend.

Was ich sagen will ist, dass die Elternkarenz so schnell vorbei geht. Jede Mama und jeder Papa sagt es dir zu Beginn, „Genieß die Zeit! Sie wird im Flug vergehen!“. Und du denkst dir: „och ja! Wird schon nicht so schnell sein.“ Und dann. Ratzfatz sind 18 Monate um. Was ich dir auf deinem Weg mitgeben möchte: auch wenn es Alltag ist und nicht jeden Tag ein großartiger Ausflug oder ein Abenteuer. Es ist trotzdem jetzt DEIN Abenteuer. Auch wenn es wie Alltag scheint, dein Kind sieht dich und die Welt ganz anders und freut sich jeden Tag darauf. Nimm diese Freude in dich auf und gib sie an andere weiter. Erst letztens habe ich den Spruch gelesen: Für dich ist es Alltag, für dein Kind ist es seine Kindheit. Ich fand diesen Ausspruch so toll und wir sollten uns das jeden Tag vor Augen führen.

Weißt du noch wie die Karenz für dich war? Hast du sie genießen können? Welche Herausforderungen hast du noch in Erinnerung? Ich freue mich über deinen Kommentar 🙂

Alles Liebe für dich und dein Kind,

deine Vicky

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Meine Abenteuer

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