Babys Erster Geburtstag – Mamas Rückblick

Mein Baby ist kein Baby mehr.

Offiziell. Seit ein paar Tagen schon. Punkt. Komma. Ich dreh hier nicht durch. Nein! Aber mein Baby wird immer mein Baby bleiben. Das war wohl immer klar. Noch viel klarer war es, als mich das erste Mal diese großen, dunklen Augen angesehen haben und sich dieser kleine Körper ganz nah zu mir gekuschelt hat. Als ich wahrhaftig Mama wurde. Und da gab es seither tausend kleine Momente, die diesen Gedanken in die Erde gepflanzt, gegossen und tief umsorgt haben. Gehegt und gepflegt. Gewickelt und umsorgt. So wie auch ich mein Baby. Es ist etwas ganz Spezielles das Mama-werden, das Mama-sein und das wieder “Ich”-werden. Denn man macht eine ganz schön große Transformation durch. Ein Mama-Rückblick.

Das “Ich” – Transformation 24/7 Mama

Zuerst ist da jahrelang das “Ich”. Es feiert, lebt, langweilt sich. Mal tut es nichts und mal tut es viel. Mal vielleicht sogar zu viel. Einfach so ändert sich auf einem Schlag einfach alles. Und das “Ich” wird zu einer Mama. Ich habe oftmals über meine Rolle als Mama nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass ich wohl insgeheim immer schon Mama war. Zumindest die Vorstellung, wie ich mich als Mama sehe, ist immer schon da gewesen. Ich umsorge gerne meine Mitmenschen. Ich frage nach. Ich bin Zuhörerin, Seelsorgerin, mache dies und jenes. Und jetzt mach ich das für einen einjährigen Buben und im Grunde hat sich nichts geändert, obwohl sich irgendwie alles geändert hat. Verrückt. Ich weiß.

Fehlendes Puzzlestück

Es ist als ob ein fehlendes Puzzlestück meinen Mann und mich näher zueinander gebracht hat. Unsere Familie von heute auf Morgen komplettiert hat. Wir wussten vorher gar nicht, dass dieses Puzzle unvollständig war. Es ist jetzt sonnenklar, denn das Licht wirft alles in Helle und lässt die Schatten zurück. Das Leben ist viel fröhlicher, unberechenbarer und bunter geworden. Ein ganzes Jahr bereits sind wir Eltern. Bin ich Mama. Es ist das tollste und schönste Leben. Auch anstrengend. Sogar sehr anstrengend. Manchmal nervenraubend und kompliziert. Da braucht man gar nichts schön reden. Es ist ein Knochenjob. 24/7 Aufmerksamkeit für dein kleines Wesen. Jeder Fehler bedeutet Konsequenzen und diese sind nicht abschätzbar. Also besser so gut wie keine machen. Und trotzdem macht man sie, weil man eben auch nur ein Mensch ist.

Mama Rückblick im Schnelldurchlauf

Man lebt Anfangs von Tag zu Tag, dann von Woche zu Woche, und später Monat zu Monat. Die Tage verschwimmen, der Alltag kehrt wieder ein. Zu Beginn in einer Blase, das Kind wird wie ein rohes Ei behandelt. Ein Auto befindet sich dreihundert Meter entfernt und die Schnappatmung findet ihren Weg durch deine Lunge. Szenarien jagen durch deinen Kopf. Was könnte nun alles passieren?!! Die Hormone dünsten dein Gehirn zu Matsch. Dein Mama-Instinkt setzt ein.

Rohe Eier werden zu Küken

Es dauert seine Zeit bis das rohe Ei, das gerade eben vom Spital nachhause gebracht wurde, in ein weniger rohes Ei, das die Wohnung und Welt durch kugelt, umgewandelt wird. Du tust und machst, urplötzlich ist es ein Küken. Es hüpft herum, auf deiner Nase, auf deinen Füßen und in deinem Gesicht. Es will alles erkunden und Gefahr ist ein Fremdwort. DU bist die Henne, die mit pieksenden Stroh im Hintern, bei jeden Pieps hinterher läuft. Du läufst täglich einen Marathon und aus irgendeinem Grund ist es deinen Speckfalten am Bauch, Hintern und sonst wo egal. Sie haben sich da angesiedelt um zu bleiben. Egal wie viel Pilates du auch machst. Ok. Das mag wohl auch an der Pizza, dem Eis oder täglichen Briochekipferl liegen, aber unfair ist es trotzdem.

Das Leben ist ein Fotoalbum

Du nimmst dir in der Schwangerschaft brav vor, jeden Monat fein säuberlich zu dokumentieren, alle Fortschritte festzuhalten. Du wünscht dir sehnlichst, dass er später auf seine Kindheit zurückschaut und alles bis ins kleinste Detail nachvollziehen kann. Und vor allem auch du selbst möchtest Erinnerungen an dein Baby und diese besondere Zeit haben, doch dann kommt wie immer das Leben dazwischen. Es ist wie verhext und doch hast du alles dokumentiert. Mit gefühlt 1000 (oder mehr) Fotos pro Tag, machst du jeden Paparazzi Konkurrenz. Dein Speicherplatz am Handy schreit jeden Abend Alarm und deine Lebensaufgabe neben Kind hüten ist nun zusätzlich gewachsen: das Ganze Leben deines Sprößlings in ein Album bringen und beschriften. Ohjemine! Das wurde dann natürlich vom Nudelsieb Hirn ausgeblendet. Puhhh….zumindest die wichtigsten Steps des Lausis sind glücklicherweise im Kalender notiert, nur das zählt für mich und reicht mir mittlerweile. Jetzt fehlt nur noch die Zeit für die Fotoalbum-Erstellung.

Ein Jahr Baby heißt auch ein Jahr Mama-Sein

Doch welche Mama kennt das nicht? Dinge vornehmen und dann wieder alles übern Haufen werfen? Nach fehlender Zeit unken? Das gehört wohl zum täglichen Brioche. Am Ende des Tages zählt meiner Meinung nach aber nicht das Fotoalbum, die Speckfalten an der Hüfte, oder die leidige Mama-Paranoia, die wohl viele quält. Es zählt die Beziehung zum eigenen Kind.

Dein Kind, das friedlich und glücklich bei dir ist und dir das Gefühl schenkt, dass du seine beste Mama bist. Und du ihm das Gefühl tagtäglich geben kannst, dass es das beste und tollste Kind für dich ist.

Klopf dir auf die Schulter. Du hast ein Jahr voller Höhen und Tiefen erlebt, buntes Leben hat Einzug in deinen Alltag gehalten und nun geht es stetig so weiter. Du hast dein erstes Jahr als Mama oder Papa gemeistert und darauf kannst du ruhig stolz sein. Ich bin es ganz sicher. Wichtig vor allem ist aber auch, dass du dir auch Ruhepausen gönnst, denn die Fahrt wird immer wilder und die Achterbahn deines Lebens fährt gerade erst los. Auch da bin ich ganz sicher.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Meine Abenteuer

Follow Me!