Aber eine liebende Mama. Wir Mamas wissen in der Regel meist spätestens, wenn wir dieses kleine (bei manchen auch schon großes) Bündel an purer Liebe das erste Mal in unsere Arme schließen dürfen, wie sich grenzenlose Liebe wirklich anfühlt. Und wie es ist, wenn dein Herz plötzlich deine Finger mit einer Minifaust umschließt. Ja richtig. Dein Herz. Es liegt plötzlich offen und frei für alle Welt sichtbar da und ist klein, verletzlich, absolut unschuldig und es ist das allerwichtigste in der ganzen weiten Welt für dich.

Kinder sind etwas magisches. Nicht immer konnte ich das so sehen. Ich mochte Kinder immer, doch oftmals habe ich sie gar nicht so als das wahrgenommen, was nun der, ich nenne ihn liebevoll “Mamafilter” berichtigt.  Denn seitdem ich Mama bin, ist es sonnenklar. Mein Kind ist jemand, der meinen Mann und mich immer und ewig verbunden hat. Nicht der Ehering. Oder der Mietvertrag. Nein es ist dieser kleine Mensch. Und es gibt noch mehr Liebe in unseren Herzen und Wohnung, als vorher und das ist alleine schon unglaublich. Doch auch wenn das alles jetzt so klar ist, gibt es auch die anderen Dinge, die man als Mama bzw. Elternteil erst merkt wenn das Kind da ist. Nämlich die Grenzen.

Nicht, dass ich vorher keine Grenzen kannte. Nein. Das ist es nicht. Es ist etwas ganz anderes. Andere Grenzen. Weitaus tiefergehende. Denn was ich ganz sicher seit der Geburt meines Sohnes sagen kann, ist, dass ich bereits in der Schwangerschaft, über die Geburt hinweg bis zur jetzigen Babybetreuung über meine Grenzen gegangen bin, wo ich vorher nicht mal wusste, wie weit einen der Körper, die eigene Seele und die innere Stärke wirklich bringen können.

Schwangerschaft & Mamasein

In der Schwangerschaft leistet unser Körper immenses, eine Höchstleistung, die vergleichbar mit der eines Spitzensportlers ist. Meine Schwangerschaft war in einem Wort gesagt ‘unkompliziert’. Glücklicherweise. Normale Auas und Wehwehchen, doch sonst nichts schlimmes. Nur die letzten Monate waren dann sehr fordernd. Ein großer Bauch, heißester Sommer seit Ewigkeiten, hohe Temperaturen bereits im April/Mai. Und dann hatte unser Sonnenschein gleich mal beschlossen eine Woche länger als errechnet zu bleiben. Nicht einfach, aber es war okay. Und dann die Geburt.

Und es kommt meist alles ganz anders, als man sich je in allen Schwangerschaftsvorbereitungskursen oder durch Erzählungen und Ratschläge darauf vorbereiten könnte. Trotz meiner umfassenden Vorbereitungen fürs Mamasein, konnte mich nichts und niemand auf das was folgte WIRKLICH vorbereiten. Als ich schwanger war, war ich komplett eingetaucht in die Fachbegriffe, die Mamautensilien und wusste um alles was mir eventuell begegnen könnte Bescheid. Ich habe mir stundenlang die Entwicklung meines Babys auf diversen Plattformen durchgelesen, Tipps für die ersten Monate gefunden, meinen Mann dauernd geschrieben was es nun Neues bei unserem Baby gibt und sehr viel Zeit in der Natur verbracht. Meine Zeit genutzt und Energie getankt. Und das ist nun wirklich einer der wichtigsten Ratschläge, den man jemanden geben kann. Die Ruhe vor der Wende zum neuen Leben noch einmal in sich auf nehmen und durchatmen. Denn das was kommt ist einfach atemberaubend.

Mein Kind

Dieses Lachen, dieser Charakter und dann diese Augen. Ein Wahnsinn. Ein Bündel voller Freude und Skepsis in einem. Viele Emotionen und ich liebe alles an ihm. Und denke ich an die Anfangszeit zurück, dann frage ich mich, wie schnell doch die Zeit vergangen ist. Was war ich k.o. und streichfähig. Die ersten Wochen konnte ich nicht Tag von Nacht unterscheiden und ich wusste nicht, wie ich aufs Klo, Duschen oder essen sollte. Ich, die Projektmanagerin, die sonst immer alles plant, tut und macht. Die sonst (fast) alles im Griff hat. Mein Mann kam zu Mittag ins Spital und am Tisch stand das Tablett von meinem Frühstück UND Mittagessen, ich war noch im Nachthemd, ungeduscht und war einfach total drüber. Wir haben uns dann doch rasch eingependelt und ein Monat später waren wir wirklich ein gut eingespieltes Team. Mein Sohn und ich. Und auch mein Mann hat sehr schnell alles überrissen und in die Papa-Rolle gefunden. Nicht er, nicht die Frau, nein der Sohnemann hat jetzt das Ruder in der Hand. 🙂

Wo ist die Zeit hin?

Diese Zeiten sind gefühlt ewig weit weg, jetzt haben wir einen sehr aktiven, mobilen Krabbler, der sich überall hochzieht und steht wie ein Weltmeister. Die meiste Zeit bin ich damit beschäftigt, das Wort “Nein” zu perfektionieren und sicherzustellen, dass er sich nicht verletzt, etwas isst von dem er ersticken könnte und sonst etwas tut, das mein Herz zum Stillstand bringen könnte. Einfach damit am Ende des Tages mein Kind heil und glücklich ins Bett geschunkelt werden kann. Wir versuchen also den Tag zu “überleben”. Und diese Tage sind nicht immer leicht. Wir haben es sicher leichter als andere Mamas und Kinder, und ich schicke einen liebevollen Gruß und eine dicke Umarmung an alle Mamas, die jeden Tag sehr fordernde Kinder haben und entsprechend funktionieren müssen. Solche Tage hatten wir ebenfalls und es ist wirklich eine Herausforderung.

Nichts ist gut

Ich kann es nachvollziehen. Solche Tage sind einfach dann auch der Wahnsinn. Und an dieser Stelle auch ein Hoch an alle Alleinerziehenden. Ihr seid die heimlichen Superheros und solltet alle mal ordentlich in den Himmel gelobt werden und die Unterstützung bekommen, die ihr verdient. Aber auch die ganz “normalen” Eltern sind diesen schier unendlichen langen Tagen und Nächten schon begegnet. Wo das Weinen und Jammern kein Ende findet. Wo egal welcher Handgriff der falsche ist und man nicht weiß ob es jetzt der Hunger, die Windel, der Zahn, der Bauch, der Kopf, die Hitze, die Kälte, die Langeweile, die Aufregung, die Fremden, die Menschen, der Verkehr, die Tiere, das Spielzeug, die Sitzposition, die Liegeposition, die Art des Essen, und so weiter und so fort, nicht das richtige ist. Meist hilft dann nur Kuscheln und viel Nähe geben. Und manchmal hilft nicht mal das. Und dann weint das Kind trotzdem. Man ist dann da und gibt alles.

Wir sind nicht perfekt

Nichts und niemand kann einen darauf vorbereiten. Und doch wagen wir diesen Schritt ins Ungewisse. Wir sind nicht perfekt. Keine perfekten Mamas. Keine perfekten Papas. Aber was wir machen ist viel besser. Wir lieben bedingungslos. Und auch wir haben Grenzen. Viele die eben schon für unser Kind überschritten wurden. Das Wichtigste ist dabei zu erkennen, ob wir diesen Grenzen gewachsen sind. Und vor allem, dass wir an ihnen wachsen.

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