Jede Mama kennt das wahrscheinlich. Die Freundin, die man endlich treffen möchte, um den Nachwuchs vorzustellen wohnt nicht gleich um die Ecke oder das Geschäft, wo man ganz dringend etwas braucht ist am anderen Ende der Stadt. Was sonst? Zwar hat Frau von heute meist eine supercoole und echt tolle Babytrage, aber irgendwann sind die Kampfkilos des Zwergs nicht mehr weg zu argumentieren. Vor allem der Rücken sehnt sich nach einer klitzekleinen Pause. Wurde er doch monatelang stark beansprucht. Und nein! Es wird ganz sicher nicht weniger werden. Wozu sonst hat man auch den sündhaft teuren Kinderwagen gekauft, manch einer im Gegenwert eines kleinen Gebrauchtwagens, wenn ihn dann nicht auch nutzen?

Ja richtig! Deswegen hier ein kleiner, lustiger Leitfaden für jede Mama, die bisher die Öffis vermieden hat, sich aber nun doch endlich mal in den Dschungel der Öffentlichen Verkehrsmittel wagen möchte – mit Kinderwagen. Für alle die den Dschungel schon hinter sich haben: ihr Löwenmamas könnt stolz auf euch sein! 

Leitfaden für den Öffi-Dschungel

  1. Du hast es geschafft. Das Kind aka Löwenjunge ist eingepackt. Du aka Löwenmama bist eingepackt. Und dein Gefährt, der Kinderwagen ist poliert und startklar. Also ab zu Bus/Bim/U-Bahn/S-Bahn-Station, bevor die Quengelei los geht.
  2. In Wien empfiehlt es sich immer auf die blauen Piktogramme mit Kinderwagen Symbol beim Wagen des Verkehrsmittels zu achten. Dort rast du dann am besten mit einem Affenzahn hin. Bloß nicht vergessen! Wir sind im Dschungel und da verlieren die Langsamen bzw. werden gefressen. In unserem Fall kann es dir leider leicht passieren, einmal eine Garnitur fahren zu lassen, um auf die nächste zu warten. Das passiert auch den besten Löwenmamas!
  3. Nachdem die bunte Dschungeltierschar in Zeitlupentempo ausgestiegen ist, bugsiert du dich inklusive Kinderwagen zum Platz deiner Wahl. Wer nicht automatisch Platz macht, weil er a) ins Handy & Co starrt b) demonstrativ wegschaut c) dich anschaut und ignoriert, wird am besten mit einem lauten “Roar!” zur Seite gestanzt. Die Löwin ist schließlich die heimliche Königin im Dschungel. Höflicher geht es natürlich auch, á la “Könnten Sie bitte zur Seite gehen?” Aber oftmals kommt man mit lautem und dynamisch klingenden Organ genau dorthin wo man will.
  4. Endlich! Der heilige Gral, ähm Platz in Bus/Bim/U-Bahn etc. ist errungen! Es ist geschafft! Jetzt heißt es Acht geben, dass keiner das Löwenjunge ungefragt streichelt. Auch das kann einem blühen. Kommt zwar sehr selten vor, aber auch solche Begegnungen mit neugierigen Affenomis können vor kommen. Hier gilt es das Revier zu markieren und sicherheitshalber gleich mal laut zu fauchen, sollte sich eine haarige Hand in Richtung Junges nähern.
  5. Auch wenn die Geräusche der Öffis noch so einschunkelnd sein mögen, irgendwann wirst du wahrscheinlich aussteigen wollen oder müssen. Und: nicht jedes Löwenjunges liebt die Öffis. Das zeigt es manchmal auch ganz schön lautstark. Dann ist es wichtig, sich bereit zu machen. Da während der Fahrt die Feststellbremse des Kinderwagens ganz eindeutig auch dich bremst, darfst du erst bei Stillstand wie ein Gepard geschickt und schnell, aber auch elegant den Weg der einsteigenden Dschungelschar zurück drängen. Am besten mit einem “Halt! Ich muss hier raus!”. Notgedrungen werden ein paar Pfoten und Hufe überfahren.
  6. Es ist geschafft! Die Löwenmama und ihr Junges sind wohlauf und haben den Wahnsinn der Öffentlichen Verkehrsmittel (hoffentlich) ohne große Blessuren oder Brüllgefechte überstanden. Vorausgesetzt man hat Bus oder Straßenbahn genommen. In manchen Sonderfall auch bei Straßenbahnen, eigentlich immer bei den U-Bahnen steht jetzt noch die Fahrt mit dem Aufzug an.
  7. Sonderfall Aufzug: Diese Fahrten sind meist überschattet durch die Nutzung einiger Faultiere im Dschungel. Diese ignorieren hartnäckig die Piktogramme und die Möglichkeit ihre gesunden, aber faulen Füße auf die Stufen oder gar die Rolltreppe (!!!) zu schwingen. Nein! Sie wollen mit aller Kraft und zum Verdruss vieler Löwenmamas mit Kinderwagen einfach nur mal Platzhirsch spielen und beanspruchen den Käfig der Luftfahrten für sich alleine. Doch Löwenmamas verzagen nicht! Entweder sie stellen sich dem unerbittlichen Kampf und wischen diese Faultiere mit ihrer Vorderpranke zur Seite oder sie probieren es gedanklich “mal mit Gemütlichkeit”. Denn nicht alle Kämpfe sind es wert ausgetragen zu werden. Sie wähnen sich im Wissen, nicht zu den Dummen zu gehören. Und meist sind die Dummen einfach die Faultiere, die keine Piktogramme lesen können.

Also falls du jetzt weder Löwenmama, noch Löwenjunges bist so rate ich dir keine betätschelnde Affenomi und schon gar kein Faultier zu sein oder zu werden. Roar!! An dieser Stelle aber auch ein großes Dankeschön an alle Dschungelbewohnerinnen, die den Löwenmamas immer gerne eine helfende Hand anbieten, den heiligen Gral überlassen oder sich wortstark für sie einsetzen! Ihr macht das Leben der Mamas so viel schöner und beschert immer viele Glücksmomente! Danke dafür!

Und jetzt viel Erfolg an alle Löwenmamas im tagtäglichen Öffi-Dschungel!

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