Selbstliebe – wann ist es so weit?

am
07.02.2020

Morgenroutine

Heute morgen stand ich vorm nicht geputzten Badezimmerspiegelschrank und blickte in meine grau-grünen Augen. Soeben hatte ich mein Gesicht wie jeden Morgen gereinigt, da dies seit kurzem zu meiner täglichen Routine gehörte. Diese wurde mir von einer sehr netten Kosmetikerin, bei der ich meine allererste professionelle Gesichtreinigung überhaupt machen ließ, dringend ans Herz gelegt. Die Haut sei viel zu trocken, schuppig und außerdem ist das Alter ohne Cleansing foam und Face Tonic leider längst passé, gilt zumindest für alle über 30. Mit gar 31 Jahren erst so ein Routine zu beginnen, ist wohl ziemlich kühn und ich dürfte als Exot unter den Frauen in meinem Umfeld gelten. Mir reichte bisher eine Gesichtscreme. Das war’s. Da ich aber meine Haut liebe und auch meine Schwester mir bestätigte, dass eine Morgen- und Abendroutine das Um-und-Auf für gesunde Haut ist, gehöre ich nun wohl zur breiten Masse, die in den Drogeriemarkt jedes Monat Nachschub für ihr Gesicht holen.

Das Ping-Pong-Spiel

Ich schaut also auf meiner gereinigte Haut. Und auf meine stark gerötete Nase. Rudolph the Rednose Rendier „Hallo!! Ja eine starke Verkühlung hatte nun auch mich nieder geschlagen. Langsam war ich zwar am Weg der Besserung. Doch dieses Trauerspiel, dass wohl jede/r Kinderkrippen-Mama-und-Papa kennt, zog bereits seit der Eingewöhnung und schon davor sein Liedchen ab. Das ging sicherlich seit einigen Wochen, wenn nicht sogar Monaten schon, wie ein Ping-Pong-Spiel hin und her. Zuerst hatte unser Lausi eine Verkühlung, dann hatte mein Mann diese. Kind war wieder gesund, stattdessen muss der Mann gepflegt werden. Armer Mann. Dann wieder Kind, dann Mann, dann Kind, dann kurz Mama keine Stimme mehr, dann wieder Papa usw. In der Statistik hatte ich also bravourös unterschlagen, dass Mamas eigentlich schon krank werden, nur irgendwie dürfen’s sie es nicht. Sie halten es zurück. Kind hat halt immer Vorrang und so ein doofer Schnupfen hält uns ja nicht auf. Blöd ist es nur, wenn zum Schnupfen starkes, nicht aushaltbares Halsweh, Kopfweh, belegte Ohren, Fieber bis 39 Grad Celsius und Schüttelfrost hinzu kommen. Das lässt sich leider nicht weg thematisieren.

Workingmum und Dalmatiner

Das alles waren sehr unglückliche Zustände, die mich hier tangierten, wo ich doch gerade mal erst einen Monat zurück im Job war. Ja richtig. Workingmum is in da house. Krank. Im Bett. Aber da. So wo waren wir jetzt eigentlich? Ach ja. Ich war krank und hatte Zeit mich im Spiegel zu betrachten. Zeit die ich normalerweise nicht habe. Aber da ich die besten Schwiegereltern der Welt habe und den besten Ehemann der Welt, wurde mir diese Woche mein Lausi abgenommen, damit ich mich vollends erholen konnte. Das heißt das Lausi hatte Qualitytime mit Oma und Opa. Die beiden liebt er über alles und sie lieben ihn. Ich hatte also Zeit um gesund zu werden. Um mein Spiegelbild genauer zu betrachten. Mein Blick schweifte rechts rauf zu meiner rechten Augenbraue. Darüber befindet sich ein weißes, hervorstehendes Muttermal. Etwas das mir seit einiger Zeit immer mehr ins Auge sticht. Mich sogar stört. Mir fällt es erst seit der Gesichtsreinigung so richtig auf.

Überhaupt habe ich nicht wenige Muttermale. Mein Arme sind voll davon. Meine beste Freundin nennt mich liebevoll Dalmatiner. Und mein Mann hatte mal versucht sie zu zählen, aber es schlußendlich aufgegeben. Außerdem bin ich regelmäßige Patientin in der Hautarztpraxis, zur wichtigen Kontrolle, damit ja nichts übersehen wird. Auch wenn diese Muttermale mich ein Leben lang schon begleiten, so habe ich erst vor einigen Jahren angefangen sie zu akzeptieren. Vorher waren sie mir unangenehm. Lästig. Ich sah nicht normal aus. Keines der Mädchen in den Zeitschriften hatte so viele Muttermale wie ich. Nirgendwo im Fernsehen waren Frauen oder Mädchen mit derartigen Aussehen zu sehen. Ja es gab eine Cindy Crawford, die einen Schönheitsfleck hatte. Ja. Einen. Aber nicht hunderte.

Ich hasse den BMI

Dazu kam, dass ich bereits seit meiner Jugend an Übergewicht leide. Es begann früh. Wenn ich mir jetzt Fotos von früher ansehe, merke ich, dass nicht mein Übergewicht früh begann. Ich hatte zwar etwas Babyspeck, doch nichts was nicht einfach so vergangen wäre. Nein die Worte und Aussprüche von anderen Menschen, die damals mein Selbstbild prägten, hatten mir früh eingeredet ich sei nicht normal. Ich sei dick. Aber ich war es nicht. Zumindest nicht zu dem Zeitpunkt, als diese Sprüche begannen. Eine Erkenntnis, die mir zeigt, dass andere Menschen dein Selbstbild stark beeinträchtigen können. Durch ihre Worte. Ihre Ablehnung. Ihre Einstellung zu dir.

Ich war in ein Ringelspiel verfrachtet worden, dass nie nach einem Ticket gefragt hatte, und mich einfach nicht mehr aussteigen ließ. Sämtliche Abnehmversuche scheiterten. Der BMI verfolgte mich überall hin. Ich begann Kleidung zu tragen, die meine Stellen, die ich nicht gerne hatte zu verdecken. Dazu zählte wohl oder übel mein ganzer Körper. Meine Arme waren mir peinlich wegen meiner Muttermale und der dicken Oberarme. Ich hatte (und habe noch immer) Cellulite und die Oberschenkel waren dick. Meine Hüften und mein Bauch ebenso. Ich mochte fast nichts an mir. Nur mein Gesicht. Das fand ich schön. Dafür bekam ich Komplimente.

Das Selbstbild von uns wird von anderen geprägt

Eines Tages beim Sportunterricht in der Oberstufe hörte ich eines der Mädchen sagen, das mein Gesicht ja ganz nett wäre. Aber der Rest wäre hässlich. Diese Worte werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen. Sie haben mich so tief verletzt. Ich mochte das Mädchen nicht. Wir waren nicht befreundet und doch hatte sie so eine Macht über mein Selbstbild. Wie sollte ich mich jemals selbst lieben können, wenn es immer wieder solche Menschen gab, die ihre Meinung über mich herausstießen. Die mich und mein Wesen überhaupt nicht kannten. Nicht in mich hineinsehen konnten. Nicht sahen was ich dachte und fühlte und dennoch so überzeugt davon waren, dass ich nicht richtig war. Ich glaubte sehr lange was sie sagten.

Das Ding ist, auch wenn Menschen, die du liebst und die dich lieben, dir immer wieder versichern wie wunderschön du bist und wie einzigartig du bist. Du glaubst leider immer das Schlechte von dir zuerst. Nicht das Beste. Und das ist falsch. Ganz falsch. Genau andersherum müsste es funktionieren. Wir sollten den Menschen, die in unsere Seelen blicken können und uns in-und-auswendig kennen, vertrauen. Und ihnen zuhören, wenn sie sagen wie schön sie jedes einzelne Muttermal finden. Wie sehr sie die Sommersprossen in deinen Gesicht vergöttern. Und wie herzerwärmend sie dein Lächeln finden. Wie toll du als Mensch, Mutter und Frau bist.

Andere lieben ist leichter

Mein Mann kennt mich seit ich sechzehn bin. Er hat all diese Geschichten mit bekommen. Er wurde sehr wütend, als ich ihm erzählte wie andere Menschen über mich reden. Was andere Menschen über mich sagen. Er baute mich jedes Mal auf. Versicherte mir, dass die Eifersucht, Dummheit oder Langeweile aus den Menschen sprach. Dass viele nicht darüber nachdachten, was sie mit ihren Worten anrichten. Einzig und allein zählt, was ich von mir halte. Er liebte und liebt mich wie ich bin. Mit all meinen Fehlern. Und auch wenn ich mal wieder durchdrehe, verrückt spiele und meine schlechten Seiten zum Vorschein kommen. Auch dann liebt er mich. Genauso wie ich bin. Das lustige daran ist. Mir geht es genauso. Ich kenne sämtliche schlechte Seiten meines Mannes. Und auch ich liebe alles an ihm. Ich nehme seine Fehler an, weil ich ihn liebe. Witzig wie einfach das ist. So einfach, dass es doch auch nicht so schwer sein sollte, sich selbst zu lieben.

In Zeiten der #selbstliebe

Dieses Thema wird bei vielen Menschen immer präsenter. Es heißt: liebe dich selbst, dann kannst du auch andere lieben. Doch eigentlich liebt man doch zuerst meist jemand anderen. Anderen kann man Fehler mehr verzeihen als sich selbst. Ich spreche hier explizit von mir. Ich bin immer sehr streng mit mir selbst. Mich selbst zu lieben ist ein harter Weg. Ein Weg der steiniger nicht sein könnte. Steine, die einem von anderen in den Weg gelegt werden. Steine die Worte sind, die nie vergessen werden können. Die Wirkung der Worte kann aber abgeschwächt und umgedreht werden. Ich befinde mich dafür auf einem guten Weg.

Interessant ist auch, dass je mehr Narben dazu gekommen sind, desto besser läuft es sogar. Narben, die mich früher wahrscheinlich zur Verzweiflung gebracht hätten und jetzt liebe ich meinen Körper für das Wunder der Schwangerschaft. Ich und mein Körper durften ein Kind austragen und dieser Welt schenken.

Seit dieser Schwangerschaft fällt es mir viel leichter meinen Körper zu akzeptieren. Und ich dürfte nicht die einzigste sein. Ich kenne einige Frauen, denen es so ergangen ist. Die eigene Sinnhaftigkeit im Leben zu erkennen, ist wie das Augen öffnen nach einem sehr langen und ausgiebigen Schlaf. Ein Schlaf, der Jahre gedauert hat. Ich möchte nicht damit sagen, dass andere Dinge nicht sinnhaftig sind und auch nicht, dass Mütter dies gepachtet haben. Doch dieses Erlebnis einer Geburt, das Großziehen eines Kindes und die Aufgaben die daraus erwachsen, sind unbeschreiblich schön. Natürlich auch hart und nicht jede Frau erlebt eine gute Geburt. Nichts ist für jeden gleich, sondern alles ist für jeden anders. So kann ich nur aus meiner Perspektive berichten.

Meine Perspektive ist nicht geschönt

Warum schreibe ich so persönlich zum Thema Selbstliebe. Ich weiß es nicht genau. Damals als Kind/Jugendliche wusste ich nicht, dass es dieses „sich selbst lieben“ überhaupt gibt. Mir war nur Abneigung gegen mich und meinen Körper bewusst. Ich war eifersüchtig auf andere „normale“ Körper. Ich kannte die Macht der Worte von anderen, die unser Selbstbild formen. Doch was ich jetzt kenne hilft möglicherweise anderen jungen Frauen. Oder auch erwachsenen Frauen. Frauen, die mit sich selbst hadern. In Zeiten wo man nur Bloggerinnen und Influencer wahrnimmt, die vermeintlich perfekt wirken. Mit dem perfekten Freund/Ehemann, dem perfekten Körper, Kind(ern), Haus/Wohnung oder Leben.

Doch das ist alles ein perfekter Schein in Zeiten von Social Media. Lasst euch nicht blenden. Jeder hat Zweifel, Probleme und weiß manches Mal nicht weiter. Nur das wird nicht thematisiert. Thematisiert wird hingegen in Millionen Videos auf Youtube oder Instagram, wie eine Abend- und Morgenroutine fürs Gesicht und die perfekte Haut auszusehen hat. Etwas, das wohl schon zu Genüge durchgekaut wurde. Und doch habe ich erst mit 31 Jahren damit begonnen. Als Trendsetterin kann und will ich mich sicherlich nicht bezeichnen. Als Frau, die das Thema Selbstliebe aber ernst nimmt und tagtäglich versucht, diese umzusetzen, schon.

Meditation als Weg zur Selbstliebe

Wie ich für mich herausgefunden habe, ist Meditation eine große Unterstützung, um Selbstliebe zu erfahren und den eigenen Körper kennen zu lernen. Meditation hat mir bereits vor einigen Jahren geholfen, geduldiger und gelassener zu werden. Aber die letzten Monate hatte ich Meditation vollkommen aus meiner Routine gestrichen. Eher ungewollt als gewollt. Zeitmangel und Stress hatten die Oberhand gewonnen, doch vor einigen Monaten hatte ich mich zum Yoga auf der VHS angemeldet und gemerkt, wie sehr ich die Entspannung vermisst hatte. Zuhause wollte ich diese Entspannung auch etablieren und als ich krank im Bett lag, habe ich auf Youtube die Vloggerin und Yogalehrerin Mady Morrison gefunden. In einer sehr angenehm geführten Meditation hatte sie folgendes Mantra gesagt: „Ich tue genug. Ich habe genug. Ich bin genug.“ Dieses Mantra ist für mich perfekt und ich versuche es in meinen Alltag zu integrieren.

Leg dir ein Mantra zu

Also stand ich vorm Spiegel im Badezimmer. Begutachtete mein weißes Muttermal. Dachte an meine Narben. Meine Cellulite. Meine Oberarme, meine Oberschenkel. Meinen Hintern. Meinen Specki an der Hüfte. Die Hosen, die aus unerfindlichen Gründen (ok ich kenne die Gründe), immer kleiner wurden. Mein Halsweh, dass endlich abklang. Mein Kind, dass heute furchtbar gut gelaunt war. Eine Ausnahme die letzten Tage. Meinen Mann, der alles dafür tat, dass es mir gut ging. Der sich um unseren Umzug (kleiner Teaser! Jaaa wir ziehen endlich um :)) kümmerte, wie ein Superheld. Meine über hundert E-Mails, die auf mich warteten, wenn ich Montag wieder in die Arbeit konnte.

Das alles schoß mir innerhalb von Sekunden durch den Kopf. Sachen, die mich nervös machten, mich nervten, mich freuten oder die ich ignorierte (hallo Hose!). Dann sagte ich es: „Ich tue genug. Ich habe genug. Ich bin genug.“ Und wisst ihr was? Es fühlte sich unglaublich toll an.

Ende meiner Karenz – Was ich in 1 1/2 Jahren gelernt habe

am
17.12.2019

Anfang Juli 2018 hat sich mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Denn da wurde ich Mama. Ganz genau genommen war ich zwar schon Mama als ich den positiven Schwangerschaftstest vor mir hatte, aber ab dem Zeitpunkt als mein Sohn mich ansah und meine Hand hielt, da fühlte ich es ganz und gar. Jetzt bin ich es tatsächlich.

Ein paar Wochen zuvor war ich in den Mutterschutz gegangen, hatte alles für unser neues Leben mit Baby vorbereitet. Nestbautrieb wird dies auch im Fachjargon betitelt. Hatte großartigste Vorstellungen davon, was ich alles mit meinem Sohnemann erkunden wollte. Abenteuer, die wir beide gemeinsam erleben sollten. Mit Papa aber auch nur mit der Mama. So. Dann kam alles ganz anders. Wir hatten auch unsere Abenteuer, keine Frage. Aber wir hatten viel mehr Alltag. Und es war trotzdem wunderschön.

Eine wunderschöne Karenz endet

Nun ist bald Weihnachten und meine einenhalb-jährige Karenz neigt sich dem Ende zu. 18 Monate voller neuer Erfahrungen und voller Windeln, die ich nie mehr missen möchte. Ich konnte alle Empfindungen und Erfahrungen meines Kindes mitbekommen und bin glücklich, dass dies hier in Österreich möglich ist. Erst neulich wurde ich wieder daran erinnert, dass dies leider nicht in jedem Land selbstverständlich ist. In Frankreich beispielsweise ist es üblich, dass die Mamas nach drei Monaten wieder arbeiten gehen. Oder auch in den USA. Für mich persönlich unvorstellbar, jedoch sollte diese Entscheidung jeder Mama selbst überlassen werden. In den Ländern wo längere Karenzzeiten aber erst gar nicht unterstützt werden vom Staat, finde ich, gehört deutlich nachgebessert, damit Mamas und Papas selbst entscheiden können. Und nicht dazu gezwungen werden!

Schlafen, Stillen, Wickeln und Humor

Ihr seht, ich habe gelernt, dass dies nicht selbstverständlich ist. Was habe ich nun noch gelernt? Der menschliche Körper kann in den ersten Wochen nach einer Geburt wahrhaft meisterliches vollbringen. Vor allem Schlafentzug, ist uns Mamas und Papas in den ersten Monaten, wenn nicht leider sogar länger, ein sehr naher Begriff. Wie oft stelle ich mir vor, wenn das Kind dann Langschläfer wird, werde ich mich genauso lustig heran pirschen und den Lichtschalter um 5 Uhr in der Früh betätigen. Es wird uns ein Fest sein 😉

Auch das Thema Stillen ist eines, das viele Emotionen weckt. Ich habe gemerkt, dass dauernd darüber diskutiert wird, ob gut oder oder schlecht. Ob zu lang oder zu kurz. Jeder hat eine Meinung dazu, auch wenn es vielleicht gar nicht interessiert. Was ich dazu verinnerlicht habe ist, dass es genau zwei Menschen etwas angeht. Und das sind Kind und Mama. Punkt.

Wickeln ist eines meiner Lieblingsthemen geworden, denn ich liebe Überraschungen. Und mein Kind hält gerne die eine oder andere für mich bereit. Ich habe gelernt, dass wenn der Gesichtsausdruck des Kindes plötzlich entgleitet und sich Stirnfalten und Pressgeräusche entlocken, dann ist der Papa mit Wickeln dran 😉 Auch hätte ich nie geglaubt, dass ich jemals zu den Mamas gehöre, die das Kind packen und kräftig am Hintern riechen. Einfach um zu überprüfen: ist das jetzt eine Stinkewindel oder nicht?! Ja auch hier kann man sich irren. 😉 Besonders aber freut es meine Hände, dass man nicht mehr sooft wickeln muss, wie in den ersten Lebensmonaten. Denn das sagt einem aus irgendeinem Grund niemand! Die Hände leiden sehr, weil man dauernd Hände wäscht! Dank einer guten Handcreme, konnte ich die aufgerissenen und rauen Hände in den Griff bekommen. Jedoch hat dies lange gedauert.

Wenn du nicht weinen kannst, dann lache.

Mein Rezept für lange Nächte, Schrei-Tage, schlechte Launen des Kindes oder Haushaltschaos aufgrund dessen: nimm es mit Humor. Du kannst es in diesem Augenblick nur besser machen, indem du die Gelassenheit findest und dir ein Lächeln ins Gesicht zauberst. Es ist leichter gesagt als getan, denn die Monate ab einem Jahr habe ich gefühlt viel intensiver erlebt, als die davor. Mein Kind hat schnell seinen eigenen Kopf entwickelt und so viele Hummeln im Hintern, dass ich oftmals gar nicht hinterher kam. Ich war DIESE eine Mama im Spielcafé, die dem Kind, das unaufhörlich im Kreis gelaufen ist, dauernd hinterher gedübelt ist, damit es sich und andere nicht verletzt. Währenddessen alle anderen Kinder still und unbeteiligt herumsaßen und uns wohl als belustigenden Hauptact betrachteten. Anfangs habe ich es wirklich verflucht. Doch dann dachte ich mir: mein Kind ist so toll aktiv, so neugierig und einfach nur wunderbar! Das kann nur gut sein. Und als ich es akzeptiert hatte, war es plötzlich nur noch halb so anstrengend.

Was ich sagen will ist, dass die Elternkarenz so schnell vorbei geht. Jede Mama und jeder Papa sagt es dir zu Beginn, „Genieß die Zeit! Sie wird im Flug vergehen!“. Und du denkst dir: „och ja! Wird schon nicht so schnell sein.“ Und dann. Ratzfatz sind 18 Monate um. Was ich dir auf deinem Weg mitgeben möchte: auch wenn es Alltag ist und nicht jeden Tag ein großartiger Ausflug oder ein Abenteuer. Es ist trotzdem jetzt DEIN Abenteuer. Auch wenn es wie Alltag scheint, dein Kind sieht dich und die Welt ganz anders und freut sich jeden Tag darauf. Nimm diese Freude in dich auf und gib sie an andere weiter. Erst letztens habe ich den Spruch gelesen: Für dich ist es Alltag, für dein Kind ist es seine Kindheit. Ich fand diesen Ausspruch so toll und wir sollten uns das jeden Tag vor Augen führen.

Weißt du noch wie die Karenz für dich war? Hast du sie genießen können? Welche Herausforderungen hast du noch in Erinnerung? Ich freue mich über deinen Kommentar 🙂

Alles Liebe für dich und dein Kind,

deine Vicky

Stoppt endlich das Mamashaming & Kidsbashing

am
15.08.2019

Neulich schickte mir mein Mann einen Tweetverlauf per Messenger, indem eine Mama ihren Unmut über eine österreichische Bäckereikette, deren unfreundlichen Mitarbeiter anscheinend eine Mama samt schreienden Kind vor die Tür „gebeten“ hatte. Die Mutter wollte ein Wasser für das durstige Kind kaufen. Deswegen schrie es auch. Das Kind war ihm zu laut, er hatte Kopfweh. So die Beschreibung des Tweets. Meiner Meinung nach eine grausige Eskalation, die mit gesunden Menschenverstand und Einfühlungsvermögen vermeidbar gewesen wäre.

Von Lagerfeuer, Marillensenf und Marshmallows

am
29.07.2019

*PR Einladung

Oh du mein wildes Hernals!

Jetzt kenne ich Hernals eigentlich schon wirklich sehr lange. Und leben tu ich hier bereits etliche Jahre, doch auf die Marswiese in Neuwaldegg hatte es mich bisher nie verschlagen. Wahrscheinlich weil ich nicht wirklich der Kletter-, Fußball oder Tennistyp bin. Und das Sportangebot ist aber genau für diese „Sporttypen“ ideal. Sogar Wildniscamps für Kinder werden (ab 7 Jahren) dort angeboten. Richtig cool mit Schnitzen, Spuren lesen, Feuer machen und vielem mehr. Die Kids haben so ein echt cooles Erlebnis, das mancher wohl selbst gerne mal ausprobieren würde. Zumindest ich gehöre zu den ersten, die auf und ab springt wie ein Flummiball und „Ich!!“ schreit. Nebst der Tatsache, dass die Kids spannende Erfahrungen sammeln, haben auch die Eltern zumindest eine kurze Pause von den kleinen Mäusen. Hier auf jeden Fall der Websitelink, für alle die nun auch Lust darauf bekommen haben und denken das eigene Kind hat auch Spaß daran.

Und genau dort, wo auch normalerweise die „Wildnis“ von den Kids auf der Marswiese erkundet wird, dort hatten wir es schön und lauschig, etwas abgeschieden von den braven Sportlern, die bei knapp 30 Grad Temperatur den Abend sportlich ausklingen lassen wollten. Mit unserem eigenem Lagerfeuer, praktisch sowie stilvoll überdacht, echt guten Würsteln, diverse Salate, Brotteig zum Grillen und die verschiedensten Senfsorten von Mautner Markhof, darunter auch der neue Bio Estragon Senf und Ajvar Senf.

Marillensenf in Eigenkreation

Das Besondere an dieser Einladung von Mautner Markhof war, dass uns im Vorfeld eine Senfbasis zu Verfügung gestellt wurde. Mit diversen Anregungen, wie wir diese Senfbasis zu unseren eigenen individuellen Senf gestalten konnten, hatten mein Mann und ich uns am Vormittag in die Küche gestellt und angefangen zu experimentieren. Und was soll ich sagen: senfen können wir! Richtige Naturtalente schlummern wohl in uns, denn den Senf den wir kreierten war echt super nice. Wir verfeinerten die Basis lediglich mit fein gehackten roten Zwiebel, Liebstöckel und Marillensirup. Diese Kreation harmonierte wirklich gut und vor allem mit dem Chilli-Würsteln gab es eine kleine geschmackliche Explosion auf dem Gaumen. Aber genug mit der Selbstbeweihräucherung, auch die anderen Senfsorten, die mitgebracht wurden waren echt g’schmackig, wie man so schön sagt. Nach der gemeinsamen Würstel-Grillerei konnte ich für mich persönlich auf jeden Fall festhalten, dass ich zukünftig wohl wieder etwas mehr in der Küche experimentieren möchte. Das hatte echt Spaß gemacht!

Senf für uns, Zeit für uns

Neben netten Unterhaltungen mit vielen neuen Menschen, dem Knistern vom Lagerfeuer, dem abschließenden Rösten von cremigen Marshmallows, während die Sonne hinter den grünen, dichten Bäumen im angrenzenden Wald verschwand, dachte ich darüber nach, wie schön es doch ist so einen lauschigen Abend mit dem Mann zu verbringen. Wie wichtig es ist, auch mal raus zu kommen und Zeit zu zweit, in diesem Fall mit ein paar mehr Personen, zu verbringen. Doch der Gedanke zählt und vor allem das „raus kommen“. Als Eltern nimmt man sich oft nicht viel Zeit für sich als Paar. Und dennoch plädiere ich hier dafür auch an euch zu denken. Erinnere liebevoll daran. Tut euch ab und zu was Gutes und geht aus, habt Spaß.

Eine Grillerei vielleicht? Ein lauer Sommerabend in der Strandbar am Donaukanal? Ein Kinobesuch? Das was ihr mögt. Oder vielleicht bleibt ihr auch zuhause und versucht euch gemeinsam in der Küche, beim kreieren eines leckeren Senfs?

Ich wünsch euch jedenfalls einen schönen nächsten Paarabend, egal was ihr vorhabt.

Alles Liebe, eure Vicky

 

 

 

Babys Erster Geburtstag – Mamas Rückblick

am
10.07.2019

Mein Baby ist kein Baby mehr.

Offiziell. Seit ein paar Tagen schon. Punkt. Komma. Ich dreh hier nicht durch. Nein! Aber mein Baby wird immer mein Baby bleiben. Das war wohl immer klar. Noch viel klarer war es, als mich das erste Mal diese großen, dunklen Augen angesehen haben und sich dieser kleine Körper ganz nah zu mir gekuschelt hat. Als ich wahrhaftig Mama wurde. Und da gab es seither tausend kleine Momente, die diesen Gedanken in die Erde gepflanzt, gegossen und tief umsorgt haben. Gehegt und gepflegt. Gewickelt und umsorgt. So wie auch ich mein Baby. Es ist etwas ganz Spezielles das Mama-werden, das Mama-sein und das wieder „Ich“-werden. Denn man macht eine ganz schön große Transformation durch. Ein Mama-Rückblick.

Das „Ich“ – Transformation 24/7 Mama

Zuerst ist da jahrelang das „Ich“. Es feiert, lebt, langweilt sich. Mal tut es nichts und mal tut es viel. Mal vielleicht sogar zu viel. Einfach so ändert sich auf einem Schlag einfach alles. Und das „Ich“ wird zu einer Mama. Ich habe oftmals über meine Rolle als Mama nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass ich wohl insgeheim immer schon Mama war. Zumindest die Vorstellung, wie ich mich als Mama sehe, ist immer schon da gewesen. Ich umsorge gerne meine Mitmenschen. Ich frage nach. Ich bin Zuhörerin, Seelsorgerin, mache dies und jenes. Und jetzt mach ich das für einen einjährigen Buben und im Grunde hat sich nichts geändert, obwohl sich irgendwie alles geändert hat. Verrückt. Ich weiß.

Fehlendes Puzzlestück

Es ist als ob ein fehlendes Puzzlestück meinen Mann und mich näher zueinander gebracht hat. Unsere Familie von heute auf Morgen komplettiert hat. Wir wussten vorher gar nicht, dass dieses Puzzle unvollständig war. Es ist jetzt sonnenklar, denn das Licht wirft alles in Helle und lässt die Schatten zurück. Das Leben ist viel fröhlicher, unberechenbarer und bunter geworden. Ein ganzes Jahr bereits sind wir Eltern. Bin ich Mama. Es ist das tollste und schönste Leben. Auch anstrengend. Sogar sehr anstrengend. Manchmal nervenraubend und kompliziert. Da braucht man gar nichts schön reden. Es ist ein Knochenjob. 24/7 Aufmerksamkeit für dein kleines Wesen. Jeder Fehler bedeutet Konsequenzen und diese sind nicht abschätzbar. Also besser so gut wie keine machen. Und trotzdem macht man sie, weil man eben auch nur ein Mensch ist.

Mama Rückblick im Schnelldurchlauf

Man lebt Anfangs von Tag zu Tag, dann von Woche zu Woche, und später Monat zu Monat. Die Tage verschwimmen, der Alltag kehrt wieder ein. Zu Beginn in einer Blase, das Kind wird wie ein rohes Ei behandelt. Ein Auto befindet sich dreihundert Meter entfernt und die Schnappatmung findet ihren Weg durch deine Lunge. Szenarien jagen durch deinen Kopf. Was könnte nun alles passieren?!! Die Hormone dünsten dein Gehirn zu Matsch. Dein Mama-Instinkt setzt ein.

Rohe Eier werden zu Küken

Es dauert seine Zeit bis das rohe Ei, das gerade eben vom Spital nachhause gebracht wurde, in ein weniger rohes Ei, das die Wohnung und Welt durch kugelt, umgewandelt wird. Du tust und machst, urplötzlich ist es ein Küken. Es hüpft herum, auf deiner Nase, auf deinen Füßen und in deinem Gesicht. Es will alles erkunden und Gefahr ist ein Fremdwort. DU bist die Henne, die mit pieksenden Stroh im Hintern, bei jeden Pieps hinterher läuft. Du läufst täglich einen Marathon und aus irgendeinem Grund ist es deinen Speckfalten am Bauch, Hintern und sonst wo egal. Sie haben sich da angesiedelt um zu bleiben. Egal wie viel Pilates du auch machst. Ok. Das mag wohl auch an der Pizza, dem Eis oder täglichen Briochekipferl liegen, aber unfair ist es trotzdem.

Das Leben ist ein Fotoalbum

Du nimmst dir in der Schwangerschaft brav vor, jeden Monat fein säuberlich zu dokumentieren, alle Fortschritte festzuhalten. Du wünscht dir sehnlichst, dass er später auf seine Kindheit zurückschaut und alles bis ins kleinste Detail nachvollziehen kann. Und vor allem auch du selbst möchtest Erinnerungen an dein Baby und diese besondere Zeit haben, doch dann kommt wie immer das Leben dazwischen. Es ist wie verhext und doch hast du alles dokumentiert. Mit gefühlt 1000 (oder mehr) Fotos pro Tag, machst du jeden Paparazzi Konkurrenz. Dein Speicherplatz am Handy schreit jeden Abend Alarm und deine Lebensaufgabe neben Kind hüten ist nun zusätzlich gewachsen: das Ganze Leben deines Sprößlings in ein Album bringen und beschriften. Ohjemine! Das wurde dann natürlich vom Nudelsieb Hirn ausgeblendet. Puhhh….zumindest die wichtigsten Steps des Lausis sind glücklicherweise im Kalender notiert, nur das zählt für mich und reicht mir mittlerweile. Jetzt fehlt nur noch die Zeit für die Fotoalbum-Erstellung.

Ein Jahr Baby heißt auch ein Jahr Mama-Sein

Doch welche Mama kennt das nicht? Dinge vornehmen und dann wieder alles übern Haufen werfen? Nach fehlender Zeit unken? Das gehört wohl zum täglichen Brioche. Am Ende des Tages zählt meiner Meinung nach aber nicht das Fotoalbum, die Speckfalten an der Hüfte, oder die leidige Mama-Paranoia, die wohl viele quält. Es zählt die Beziehung zum eigenen Kind.

Dein Kind, das friedlich und glücklich bei dir ist und dir das Gefühl schenkt, dass du seine beste Mama bist. Und du ihm das Gefühl tagtäglich geben kannst, dass es das beste und tollste Kind für dich ist.

Klopf dir auf die Schulter. Du hast ein Jahr voller Höhen und Tiefen erlebt, buntes Leben hat Einzug in deinen Alltag gehalten und nun geht es stetig so weiter. Du hast dein erstes Jahr als Mama oder Papa gemeistert und darauf kannst du ruhig stolz sein. Ich bin es ganz sicher. Wichtig vor allem ist aber auch, dass du dir auch Ruhepausen gönnst, denn die Fahrt wird immer wilder und die Achterbahn deines Lebens fährt gerade erst los. Auch da bin ich ganz sicher.

 

Korfu – Unser erster Urlaub mit Baby

am
02.07.2019

Sommer, Sonne und Meer – mit Baby!

All das habe ich mir gewünscht und mein Wunsch ging in Erfüllung. Und das Ganze sogar relativ entspannt. Wie ihr vielleicht auf meinen Social Media Profilen (Instagram und Facebook) gesehen habt, waren wir vor kurzem in Korfu, genauer in Kontokali im Kontokali Bay Resort & Spa. Kontokali liegt nur 4,8 km nördlich von Korfu-Stadt, auf griechisch heißt die Stadt „Kerkyra“ und ist rasch mit dem Bus bzw. Transfer in nur knapp 15 Autominuten vom Flughafen entfernt. Entsprechend laut fiel auch die Lautstärke des Flugverkehrs aus. Dessen sollte man sich bei einer Buchung so nahe beim Flughafen bewusst sein. Uns hat es jedoch nicht gestört, da uns die Nähe zur Stadt ohne lange Wege zurücklegen zu müssen, vor allem mit Kind on Board, wichtiger war.

Der erste Urlaub mit Baby in Korfu

Er ging für uns alle sehr entspannt über die Bühne, trotz Schub und fiesen Zähnedrückens. Ich vermute, dass die aufregende Situation unser Lausi so eingenommen hatte, dass Schmerzen und Unwohlsein gekonnt in den Hintergrund rückten, dafür Spaß und Spannung mit dem Meer, Sand, Miniclub, spaßenden KellnerInnen, zuckersüßen Reinigungsdamen sowie winkenden Touristen und herzigen Baby-Touristen den benötigten Erholungseffekt einräumten.

Flugzeug, Zug oder Auto?! Hauptsache Nervenschonend bitte

Falls ihr euch ebenfalls überlegt mit eurem Baby einen Flugurlaub zu buchen, möchte ich euch hiermit ermutigen es einfach zu wagen. Ich bin der Meinung, dass mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke und Planung hinsichtlich Kofferpackens, Zeitmanagement beim Hin- und Rückflug sowie positiven Denkens eigentlich kaum mehr etwas schief gehen kann und eine entspannte Reise möglich ist. Natürlich kennt ihr euer Kind am Besten und könnt auch am Besten einschätzen, wie sich euer Kind auf neue Situationen einstellt, ob es z.B. die Hitze am Meer gut aushält oder es die fremde Umgebung, fremdes Essen leiden kann. Für die ersten Urlaube haben wir uns vorgenommen, vordergründig Europa zu bereisen. Einen Langstreckenflug möchte ich unserm Kind so schnell (und vor allem uns!) nicht zu muten. Wer weiß aber, wie die Situation in ein paar Jahren aussieht. Sag niemals nie 😉

Es besteht natürlich immer die Möglichkeit nein zum Flugzeug zu sagen. Wenn ihr verreisen wollt, dann ist wohl das Auto, noch besser der Zug, das optimale Reisemittel für euch. Auch wir haben mit Zug bzw. ÖBB bisher gute Erfahrungen gemacht. Auf eine lange Autofahrt haben wir jedoch verzichtet, da unser Lausi ein sehr aktives Kind ist und eingepfercht sein, nur bedingt lange ausgehalten wird. Vom Lausi und unseren Nerven. So ist eine Flugreise mit kurzer Flugdauer (1 1/2 Stunden nach Korfu) ideal für uns gewesen.

Baby on Board – Auf nach Korfu bitte!

Anfangs waren wir unsicher wohin wir eigentlich wollten. Sehr lange stand eine Reise nach Mallorca im Raum, jedoch haben wir uns dann direkt im Reisebüro spontan für Korfu entschieden, da das angebotene Hotel alles hatte was wir uns wünschten: Sandstrand, Lift zum Strand, jeden Tag ein Shuttle direkt in die Stadt Korfu (somit kein Auto notwendig), Bungalows mit Gartenblick, Halbpension, Miniclub und sogar ein Spa mit Massageangebot.

Ich mit Lausi in der Babytrage

Mir persönlich war es sehr wichtig, dass wir in keinem unpersönlichen Riesen-Hotel-Komplex untergebracht werden. Unser Hotel war von der Größe her genau richtig, etwas kleiner wäre mir sogar noch lieber, aber so hat es ebenfalls gut gepasst. Besonders schön fand ich es beim Essen in der Früh und am Abend, als wir immer wieder die selben Gesichter der Gäste sowie KellnerInnen begrüßen konnten. Es wirkte schon fast heimelig.

Eines vorweg: bei unserem ersten Urlaub mit Baby hatten wir uns wenig bis gar nichts vorgenommen. Normalerweise gehören wir nicht zu den typischen Strandurlaubern, sondern sind meistens eher die Abenteurer mit Mietwagen und ab in die Botanik, Insel erkunden, um so viel wie möglich zu sehen. Dieses Mal war jedoch alles relaxter, denn mit Baby liegen die Prioritäten ganz woanders. Ich wollte echt nur Strand, Meer und Sonne mit meiner Familie genießen.

Italienisches Flair mitten in Griechenland

Die Insel Korfu gehört zu den siebtgrößten Inseln Griechenlands, sowie zur Ionischen Inselgruppe und wird aufgrund des ausgeglichenen Klimas und der Vegetation auch „die grüne Insel“ genannt. Man kann von ihr aus recht rasch nach Albanien gelangen, hierzu wurden uns auch Tagesausflüge angeboten, die wir jedoch nicht wahrgenommen haben. Die Hauptstadt von Korfu heißt Kerkyra und wie wir festgestellt haben, ist Korfu-Stadt nicht so typisch griechisch wie man sich eine griechische Stadt wohl vorstellen mag. Ich war bisher zwei Mal auf Rhodos und im direkten Vergleich dazu erkennt man eindeutig die geschichtlichen Prägungen der Stadt durch Italien.

Flaniert man durch die Altstadt von Korfu, so kommt einem sofort Venedig oder Florenz in den Sinn. Bei manchen Palmen-Alleen kam sogar nicht nur italienisches, auch kurzzeitig kubanisches Flair auf. Nur die Sprache der Geschäftsinhaber, die aus den Geschäften drang, die Lokale welche Gyros und Souvlaki anpriesen oder die Korfioten, die schwatzend bei Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel einen Tratsch hielten, wies uns sofort zurecht und darauf hin: hier sind wir in Griechenland!

Kinderfreundlichkeit auf Korfu

Sind die Griechen Kinderfreundlich? Ναί! (griechisch für „Ja“). Meiner Erfahrung nach war wirklich jede Person der wir in Griechenland begegnet sind, ob Einheimische oder Touristen, waren die meisten ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Und eigentlich waren alle gänzlich fasziniert vom herzlichen und aufgeschlossenen Wesen unseres Lausis. Und unser Kind war eindeutig in seinem Element. Gesten und Winken wurden stolz zelebriert und kaum jemand konnte sich dem magischen Lächeln entziehen. Es war wirklich angenehm und dadurch, dass wir allgemein so entspannt waren, spürte dies wohl auch das Lausi und verhielt sich relaxter als sonst.

So kam es kaum zu Situationen in denen man wortwörtlich in den Fluchtmodus gerät, weil nun doch das Kind schon unruhig wird. Was die Korfioten bei dem Umgang mit Kindern wettmachen, wird leider durch die Infrastruktur in Bezug auf Kinderutensilien wie nicht vorhandene Wickeltische im Restaurant oder Hochstühle geschmälert. Doch dies ist kein griechisches, sondern allgemein ein Problem, dass auch oft in Österreich ein Thema ist. Im Hotel beispielsweise gab es sehr viele Hochstühle im Restaurant, lediglich den Wickeltisch vermisste ich. Doch man weiß sich mit Wickelunterlage und Boden auch gut zu helfen 🙂

Miniclub im Kontokali Bay Resort & Spa

Was mir ebenfalls gut gefallen hat, war der Miniclub des Hotels. Dort gab es einen weitläufigen Kinderpool, sowie Rutsche, Wippe und Schaukel. Auch das obligatorische Bällebad und ganz viele Spielutensilien für jedes Alter waren vorhanden. Auch die Betreuerinnen vor Ort waren super lieb. Die Kinder und auch wir fühlten uns wohl.

Ausflugsziele in Korfu

Ingesamt waren wir nur 7 Tage auf Korfu, so hatten wir nicht unendlich Zeit die Schönheiten der Insel zu entdecken. Für meinen Geschmack haben wir in diesem Urlaub genügend an Erholung und Action mitgenommen. Vor allem in Anbetracht dessen, dass ein Baby mit dabei war. Da galt in erster Linie die Befindlichkeiten des Lausis zu berücksichtigen. Erst in zweiter Linie das Sightseeing.

Folgende Ausflugsziele haben wir uns also in Korfu angesehen:

  • Alte Venezianische Festung in Kerkyra (Achtung! Aussichtsplattform/Berg ist nicht barrierefrei, entweder trägst du dein Kind oder genießt so wie wir die Aussicht von unten 😉 Ich gebs zu: als wir die Stufen sahen, gingen wir. ;-D
  • Achillion – Residenz von Sisi und Kaiser Wilhelm II. (empfehlenswert! Auch das direkte Lokal daneben. Hier könnt ihr entspannt einen Kaffee genießen mit traumhaften Ausblick. Es gab es übrigens einen eigenen Wickelraum! Sowie Lifte die ins Obergeschoß führten.)
  • Korfu-Stadt (italienisches Flair garantiert!)
  • Gouvia Marina (Boats, Boats, Boats – gaaanz viele Boote zu sehen)

Ansonsten haben wir wirklich einen wunderbaren Strandurlaub in Korfu erlebt. Lausi hat den Strand und das Meer so gerne gehabt!

Wart ihr bereits in Korfu und habt ihr Tipps für Kinderfreundliche Hotels etwas weiter von der Stadt entfernt? Immer her damit. Der nächste Korfu-Urlaub kommt bestimmt und dann wahrscheinlich aber mit Mietwagen.

Strand im Kontokali Bay Resort & Spa

Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Sommer & Urlaub.

Eure Vicky

 

Urlaub mit Baby – Entspannt Reisen

am
15.06.2019

Erster Urlaub mit Baby

Plant man den ersten Urlaub mit Baby ist man mit allerlei Sorgen konfrontiert. Sorge über den ersten Flug, das beste Reiseziel, das Essen vor Ort, die Gepflogenheiten im Land, die Kinderfreundlichkeit, die Infrastruktur, die Unterkunft, die Wassertemperatur, das Wetter oder einfach nur mit der Hibbeligkeit vor dem Unbekannten.

Kennt ihr schon die Sprüche zum Thema „Reisen mit Baby“? „An Urlaub dürfe man da ja gar nicht denken!“, „Nichts ist mehr wie vorher, also bleibt besser zuhause!“, „Balkonien ist doch auch schön“, „Wirst sehen, den nächsten entspannten Urlaub kannst du machen, wenn er auf Matura fährt.“, „Was? Mit Baby auf Urlaub? Seid ihr wahnsinnig?“, „Ach ihr seid also solche.“ Mit „solche“ sind die Menschen gemeint, die mit Baby ein Flugzeug betreten. Aber auch Eltern und Kinder haben ein Recht, dieses Fortbewegungsmittel zu nutzen. Das wird leider einfach manches Mal ausgeblendet. Das auch „solche“ einen Tapetenwechsel benötigen auch. Ok. Wenn ich eines gelernt habe als Mama, dann ist es folgendes: erlaube dir kein Urteil, ohne alle Seiten zu kennen. Also quasi unmöglich. Folglich versuche ich so gut es geht vorurteilsfrei durchs Leben zu gehen (nicht leicht!). Auch gegenüber diesen Sprücheklopfern. Und manchmal schwingt neben der vermeintlichen Bevormundung, auch wirkliche Sorge mit. Sorge, dass dem Baby die Reise nicht gut tut. Sorgen, die natürlich auch die Eltern vor einer Entscheidung viel abverlangen.

Urlaubsreif

Aber: auch Mamas, Papas und Babys brauchen Urlaub. Daher bringen das ganze Sorgen-bibabo Fidibumm genau nix. Das was aber sehr wohl etwas bringt, richtig, ist: Urlaub! Spätestens, wenn das Windelwechseln im letzten Jahr zur Paradedisziplin der Eltern geworden ist, die Stillstunden von lang zu kurz, von kurz zu wieder lang und zu kurz, die Spaziergänge zum Hofer, DM, Billa, Interspar, Spielplatz 1, Spielplatz 2, Park 1, Park 2, Kindercafé etc. etwas an Glanz verlieren, die Powernaps in der Morgendusche (mit kurzer unbeabsichtiger Self-Waterboarding-Einlage) oder die Spieleinheit am Spielteppich mit deinem Kleinen mit Duplostein auf deiner Stirn endet, zur Regelmäßigkeit heranwachsen, oder aber du glaubst du hörst Meeresrauschen, in Wirklichkeit hast du einen Hörsturz vor lauter Stress. Ja spätestens dann merkst du wie urlaubsreif du eigentlich bist.

Urlaubsfanatismus

Ich bin ein absoluter Urlaubsfanatiker. Dafür, dass ich es eigentlich liebe neue Länder zu entdecken, habe ich in meinem Leben erstaunlicherweise nur halb so viele Reisen gemacht, wie ich gerne möchte. Das mag zum einem am nicht wirklich vorhandenen Budget (weshalb kostet das nochmal so viel?) und zum anderen an meiner besseren Hälfte liegen. Mein Mann zählt wohl zu den seltenen Reisemuffeln und versucht unser Erspartes mit Müh und Not beisammen zuhalten. Ich hingegen überzeuge in regelmäßigen Abständen, wie wichtig es ist, die Welt auf der wir leben, doch auch zu kennen (!!!). Manchmal finde auch ich die richtigen Argumente, um diesen Mann zu überzeugen. Diese Argumente findet ihr einen Absatz weiter oben (Urlaubsreif und so.).

Dieses Mal habe ich hoch und heilig versprochen, dass es wirklich nur ein Badeurlaub ist. Also wirklich Entspannung! Nicht so wie die letzten Male, wo der „Urlaub“ in tägliche 15-20 km Fußmärsche ausgeartet ist. Denn die „Affen am Berg“ hoch oben wollen auch noch gesehen werden. Aber das ist ein anderes Thema und vor allem ein anderes Land! Dieses Mal: minimalstes Sightseeing. Ganz sicher. Mal sehen, wie viele Tage ich mich daran halten werde…hm. Aber dieses Mal ist wirklich alles anders. Denn das erste mal ist unser Noch-Baby, bald Einjähriger mit dabei. Und in ungewohnter Weise packen wir bereits einige Tage im Vorfeld für unseren ersten Familienurlaub zu Dritt.

Urlaubscheckliste

Damit wir auch unter Garantie nichts vergessen habe ich online natürlich eine Checkliste für „Urlaub mit Baby“ und „das Packen für Ihr Baby/Kleinkind“ gegoogelt. Auf Babycenter.de habe ich eine wirklich brauchbare gefunden. Da es wirklich viele Checklisten im Internet gibt, unterlasse ich es hier eine eigene zu erstellen, sondern verweise auf die wirklich tolle Checkliste, die wir auch für unseren Urlaub herangezogen haben.

Was ich euch aber gerne auf den Weg mitgeben kann, sind ein paar Tipps wie ihr meiner Meinung nach, dem Urlaub mit Baby begegnen könnt.

  1. Lasst euch nicht verrückt machen durch die Sorgen anderer oder durch eure eigenen.
  2. Versucht geordnet und pragmatisch in der Reiseplanung vorzugehen.
  3. Das erste Reiseziel zu Dritt sollte für alle Beteiligten möglichst entspannend sein. Eine Safaritour in Botswana ist dann evtl. nicht so ideal. Das bleibt aber euch überlassen (aber ernsthaft: ich würde eher in Europa einen Strandurlaub empfehlen :))
  4. Ihr dürft auch Sachen vergessen. Die meisten europäischen Länder haben die gleichen/ähnliche Dinge, wie zuhause.
  5. Seid zuversichtlich, dass der Flug (wenn ihr fliegt) ohne gröbere Probleme zu bewerkstelligen sein wird. Wie auch zuhause gilt die Regel auch auf Reisen. Sind die Eltern entspannt, ist das Baby entspannt.
  6. Habt Spaß und vergesst nicht auf gemeinsame Schnappschüsse. Erinnerungen an schöne Zeiten sind so wertvoll.

Ich hoffe ich kann mich selbst brav an meine eigenen Tipps halten. Gerne berichte ich euch von meinem ersten Urlaub mit Baby bei einem meiner nächsten Beiträge. Bis dahin alles Liebe!

Spielraum Märchenwald – Mein Erfahrungsbericht

am
23.05.2019

Das Wetter ist die letzten Wochen wirklich grausig kalt, regnerisch und der Feind aller Eltern. Letztes Jahr im Mai war es wunderschön warm und die Vorboten zum Sommer waren quasi schon übersprungen. 30 Grad Celsius und Sonne Ende nie. Fast wie in Ibiza 😉 Nur leider warten wir dieses Jahr eher länger als kurz auf den richtig warmen Sommer. Alle Eltern, die ein Krabbelkind und älter haben wissen: wenn das Kind untertags nicht vollends ausgelastet wird, droht ein Armageddon-ähnlicher Zustand des Nächtens. Und das wollen wir nicht. Das will niemand. Never ever. Gut, dass es Spielräume wie den Spielraum Märchenwald gibt.

Ich bin keine perfekte Mama

am
05.05.2019

Aber eine liebende Mama. Wir Mamas wissen in der Regel meist spätestens, wenn wir dieses kleine (bei manchen auch schon großes) Bündel an purer Liebe das erste Mal in unsere Arme schließen dürfen, wie sich grenzenlose Liebe wirklich anfühlt. Und wie es ist, wenn dein Herz plötzlich deine Finger mit einer Minifaust umschließt. Ja richtig. Dein Herz. Es liegt plötzlich offen und frei für alle Welt sichtbar da und ist klein, verletzlich, absolut unschuldig und es ist das allerwichtigste in der ganzen weiten Welt für dich.

Schön & Gut – Faire Produkte aus Wieden

am
28.03.2019

Ich bin fairliebt!

Ganz in der Nähe vom Wiener Naschmarkt, in der Preßgasse 28, im wunderschönen Wieden, befindet sich der Concept Store „Schön & Gut“ der Kümmerei. Was ist denn bitte die Kümmerei, werden sich jetzt viele berechtigterweise fragen. Die Kümmerei ist eine Abteilung der Job-TransFair Gemeinnützige GmbH und wird finanziert aus Mitteln des Arbeitsmarktservice Wien. Im Schön & Gut werden hochwertig fair und ökologische hergestellte Produkte, von Menschen die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind, verkauft. Diese werden laut der FAIRkaufsrichtlinien auf der Webseite des „Schön & Gut“ bevorzugt von sozialen Unternehmen produziert.

Meine Abenteuer

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